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§ 194 — Kostenverordnungen

Gesetzeswortlaut

1 Der Regierungsrat regelt durch Verordnung die Verfahrenskosten für das Verfahren vor Verwaltungsbehörden.

2 Das Kantonsgericht regelt durch Verordnung die Verfahrenskosten für gerichtliche Verfahren in Anwendung dieses Gesetzes. *

Kommentierung

I. Bedeutung

§ 194 ist die Delegationsnorm für die Ausgestaltung der Gebührentarife. Das VRG beschränkt sich auf die grundsätzlichen Regeln der Kostenverlegung (§§ 198 ff.) und überlässt die konkrete Bemessung der Gebühren zwei Verordnungen.

II. Verordnungen

III. Gebührenrahmen nach SR 265

Massgebliche Bestimmungen der Kostenverordnung:

  • Erstinstanzliches Verwaltungsverfahren: Fr. 300.– bis 4'000.– (Art. 13 SR 265)
  • Rechtsmittelverfahren VRG: Fr. 100.– bis 20'000.– (Art. 31 Abs. 3 SR 265)
  • Parteientschädigung VRG: Fr. 100.– bis 20'000.– (Art. 31 Abs. 3 SR 265)
  • Auslagenersatz: pauschal 3% des Honorars, max. Fr. 200.– (Art. 33 Abs. 2 SR 265)
  • Von kantonalen und kommunalen Behörden werden in der Regel keine Gebühren verlangt (Art. 34 Abs. 2 SR 265)

IV. Bemessungskriterien

Art. 1–2 SR 265 nennen die Bemessungskriterien: Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Zeitaufwand der Behörde und die finanzielle Bedeutung der Angelegenheit. Die Gebühr ist innerhalb des Rahmens nach freiem Ermessen festzusetzen.

V. Streitwertbemessung

Der Streitwert richtet sich nach Art. 91–94 ZPO (Art. 3 SR 265): massgeblich ist der objektive Wert des Rechtsstreits, nicht das Begehren der Partei.

Literatur

  • Kostenverordnung SR 265 LU (Art. 1–37)
  • Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG), 2. Aufl. 2019 — Art. 63 Abs. 4bis VwVG
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