Strafzumessung: Betrug (Art. 146 StGB)
Betrug
Art. 146 Abs. 1 StGB — Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe · Art. 146 Abs. 2 StGB (gewerbsmässig) — Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
Grundlage und Grenzen dieser Auswertung
Ausgangspunkt ist eine Volltextrecherche über den Bestand publizierter Schweizer Entscheide auf entscheidsuche.ch sowie der systematisierten Urteilsdatenbank für Wirtschaftskriminalität auf strafzumessung.ch. 1892 Entscheide zitieren «Art. 146 StGB» wörtlich — Betrug ist damit der am breitesten dokumentierte Tatbestand des schweizerischen Vermögensstrafrechts. Der Recherchetrichter filterte primär über die Schuldspruch- und die Strafzumessungsformel: 395 Entscheide enthalten die Formel «des Betrugs im Sinne von Art. 146», 152 jene «des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146»; 130 bzw. 78 davon nennen zusätzlich das Wort «Einsatzstrafe».
Massgebend für die Aufnahme in den Auswertungskorpus ist die Benennung einer konkreten, dem Delikt zuordenbaren Strafe: Das Gesamtkorpus umfasst 83 im Volltext ausgewertete Entscheide (53 Entscheide aus der ursprünglichen Grundauswertung sowie 30 zusätzliche, vertieft systematisierte Urteile aus der Entscheiddatenbank auf strafzumessung.ch). Nach prozessualer Bereinigung verbleiben 80 Verfahren mit 75 belegten Einsatz- und Einzelstrafen sowie 15 bezifferten Asperationszuschlägen. Bereinigt wurden Rückweisungspaare und Parallelverfahren gegen Mitbeschuldigte (u.a. SB190283, BGer 6B_1201/2019 / 6B_1209/2019 sowie BGer 6B_239/2024 / AppG BS SB.2022.131). Sämtliche Zahlenangaben wurden gegen die Urteilstexte verifiziert; alle Entscheide sind verlinkt.
Gegenprobe am Dispositiv: Jeder Strafwert wurde gegen das Dispositiv desselben Urteils gespiegelt — also gegen die Sanktion, die dort gegen dieselbe Person tatsächlich ausgesprochen wurde. Das ist zwingend, weil die verschuldensangemessene Einzel- bzw. Einsatzstrafe und die verhängte Strafe systematisch auseinanderfallen: durch Asperation (Art. 49 Abs. 1 StGB), Zusatzstrafenbildung (Art. 49 Abs. 2 StGB) und vor allem durch das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO). Bei Art. 146 StGB ist der Abstand besonders markant: In KG BL 460 24 266 stehen einer als angemessen bezeichneten Zusatzstrafe von 4 Jahren 2 Monaten deren 3 Jahre 9 Monate im Dispositiv gegenüber; in OG ZH SB240074 einer hypothetischen Einsatzstrafe von 7½ Jahren (bzw. 8 Jahren nach Asperation) eine verhängte Strafe von 72 Monaten (6 Jahren); und in OG ZH SB140275 einer Einsatzstrafe von 45–48 Monaten eine ausgesprochene Strafe von 30 Monaten. Beide Werte stehen in den Tabellen nebeneinander.
Grenzen: Der Korpus ist mehrheitlich deutschsprachig (78 von 83 Entscheiden), bezieht durch den Einbezug der Entscheiddatenbank von strafzumessung.ch aber neu auch rechtskräftige französisch- und italienischsprachige Präjudizien aus den Kantonen Genf (AARP/149/2021, P/15263/2020, P/9374/2021), Waadt (PE20.009554) und Tessin (72.2020.88) ein. Kantonal verteilt sich der Bestand auf Zürich (38 Entscheide), Bundesbehörden (16 Entscheide), Basel-Landschaft (6), Basel-Stadt (5), Bern (4), Aargau (3), Schwyz (3), Genf (3), Waadt (1), Solothurn (1) und Tessin (1). Publiziert werden ganz überwiegend Berufungsurteile der kantonalen Obergerichte und Kantonsgerichte sowie Entscheide des Bundesgerichts; erstinstanzliche Urteile (Bezirksgerichte) sind nur dort greifbar, wo sie im Rechtsmittelverfahren detailliert wiedergegeben werden oder in Spezialdatenbanken erfasst sind. Die Befunde beschreiben eine empirisch fundierte Tendenz in den ausgewerteten Entscheiden, nicht eine mathematisch repräsentative Gesamtstatistik.
A. Einordnung: der Tatbestand, der fast immer die Einsatzstrafe trägt
N 1 Art. 146 Abs. 1 StGB erfasst, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Abs. 2 qualifiziert die gewerbsmässige Begehung als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Abs. 3 privilegiert den Betrug zum Nachteil von Angehörigen oder Familiengenossen als Antragsdelikt.
N 2 Für die Strafzumessung entscheidend ist eine strukturelle Beobachtung, die den gesamten Aufbau dieses Kommentars prägt: Art. 146 StGB ist im Deliktsbündel praktisch immer das schwerste Delikt mit der höchsten Strafdrohung und bildet daher die Einsatzstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB. Das unterscheidet ihn grundlegend von Konkurs- und Buchführungsdelikten (Art. 163–167 StGB), die fast ausschliesslich als asperierte Nebendelikte erscheinen. Die typischen Begleitdelikte des Betrugs — Urkundenfälschung (Art. 251 StGB), Geldwäscherei (Art. 305bis StGB), unrechtmässiger Bezug von Leistungen einer Sozialversicherung (Art. 148a StGB) oder Veruntreuung (Art. 138 StGB) — treten im Asperationsverfahren hintan. In der gesamten ausgewerteten Praxis bildet der Betrug nur ein einziges Mal ein Neben- und Asperationsdelikt: In OG ZH SB220251 wurde eine Einsatzstrafe von 2 Monaten für einen geringfügigen Betrag durch das Hauptdelikt der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten um 14 Monate überlagert.
N 3 Aus dieser dogmatischen und praktischen Rollenverteilung folgt, dass die Verteidigung bei Art. 146 StGB prioritär um die Bemessung der Einsatzstrafe selbst kämpft und nicht um einen Zuschlag. Bei den Begleitdelikten verlagert sich die Auseinandersetzung hingegen auf die Begrenzung des Asperationszuschlags unter dem Gesichtspunkt der sachlichen und zeitlichen Deckungsgleichheit (Abschnitt C).
B. Die strafzumessungsrelevanten Merkmale
I. Der Deliktsbetrag — dominierend, aber ausdrücklich nicht vorrangig
N 4 Keine andere Grösse wird in den Entscheiden so lückenlos und präzise beziffert wie der Deliktsbetrag bzw. die Schadenssumme. Er spannt die beiden Pole der Gerichtspraxis auf: Ein Betrag von Fr. 450.– führt zu einer Einsatzstrafe von 30 Tagen Freiheitsstrafe (OG ZH SB250449), während ein Deliktsbetrag von Fr. 74'174'251.– bei einem Schneeballsystem mit 67 Geschädigten zu einer hypothetischen Einsatzstrafe von 7½ Jahren führt (OG ZH SB240074). Dazwischen bildet die Deliktssumme den wichtigsten Ankerwert für die gerichtliche Einordnung der Tatschwere.
N 5 Dennoch verbietet die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts einen schematischen Tarif: Der Deliktsbetrag ist kein isolierter Vorrangfaktor.
Der Deliktsbetrag ist ein wichtiger Gesichtspunkt neben anderen, dem bei der Strafzumessung keine vorrangige Bedeutung zukommt. […] Gemäss ständiger Rechtsprechung muss der Deliktsbetrag bei der Strafzumessung nicht exakt beziffert werden.
Für die strafzumessungsrechtliche Gewichtung genügt den Gerichten die Feststellung der zutreffenden Grössenordnung. Wer in der Verteidigung rein auf das Herunterhandeln einzelner Schadenspositionen fokussiert, erzielt regelmässig geringere Strafminderungen, als der rechnerische Differenzbetrag vermuten liesse.
N 6 Umgekehrt setzt eine hohe Deliktssumme einer Strafminderung nach unten starre Schranken. «Ein Deliktsbetrag von Fr. 302'103.35 bei Sozialhilfebetrug lässt sich nicht relativieren» (BGer 6B_849/2016 vom 09.12.2016). Die beiden Grundsätze harmonieren: Die Deliktssumme bestimmt die Strafe nicht allein, bildet jedoch das Fundament, das verhindert, dass günstige Täterkomponenten die Sanktion unter ein tatangemessenes Niveau drücken.
II. Art und Weise der Tatbegehung — der eigentliche Hebel
N 7 Wo die Gerichte den Sprung in eine höhere Verschuldensstufe vollziehen, stützen sie sich fast ausnahmslos auf die Begehungsweise (Modus Operandi), nicht auf die nackte Zahl. Als besonders schwerwiegend werten die Gerichte das gezielte Ausnutzen von Vertrauensstellungen, Abhängigkeiten oder Notlagen. In KG BL 460 24 266 nutzte der Täter seine Rolle als «Lebensberater» gegenüber hilfsbedürftigen Klienten aus:
Die gezielte Auswahl der Opfer und das Ausnutzen seiner Stellung als Vertrauensperson sind als besonders verwerflich zu qualifizieren. […] Er handelte skrupellos und mit einer ausgeprägten kriminellen Energie.
N 8 Ähnlich gewichtig wirken das Errichten ausgeklügelter Scheinwelten, professionelle Ponzi-Schemes und Callcenter-Betrügereien. In OG ZH SB240074 hob das Obergericht Zürich hervor, dass der Täter über Jahre hinweg fingierte Börsengänge (IPOs) vorspiegelte, persönliche Freundschaften schamlos ausnutzte und 38 gefälschte Urkunden einsetzte. In OG ZH SB180525 erschlich der Beschuldigte über Monate hinweg Fr. 135'600.– von einer 74-jährigen Rentnerin unter Vorgaukelung persönlicher Notsituationen — Verschulden «mittelschwer bis schwer», Einsatzstrafe 24 Monate.
III. Deliktszeitraum und Zahl der Einzelhandlungen
N 9 Dauer und Intensität der Delinquenz fliessen eigenständig in die Strafzumessung ein. Langjährige Delinquenz belegt eine verfestigte deliktische Gesinnung: 4½ Jahre bei 23 Transaktionen (OG ZH SB220158, 36 Monate Einsatzstrafe), rund 7 Jahre (KG BL 460 24 266, 60 Monate Einsatzstrafe) und 15 Jahre (BGer 6B_689/2025 vom 30.04.2026, objektiv 60 Monate). Bei serieller Begehung wird die hohe Handlungsdichte eigenständig verschärfend gewichtet: In OG BE SK 20 109 führten über 70 Online-Warenbestellungen bei Fr. 58'996.– Schaden zu 15 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt; in OG ZH GG190213-L rechtfertigten 9 Einzeldelikte einen Zuschlag von 60 Tagessätzen auf eine 240-TS-Einsatzstrafe.
IV. Vorsatz und Bereicherungsmotiv — deliktsimmanent
N 10 Zu den gefestigtsten Grundsätzen der schweizerischen Betrugsjudikatur gehört das strikte Verbot der Doppelverwertung bei subjektiven Merkmalen. Vorsätzliches Handeln und Bereicherungsabsicht sind zwingende Tatbestandsmerkmale von Art. 146 StGB. Vier kantonale Obergerichte und das Bundesgericht formulieren übereinstimmend:
| Entscheid | Gerichtliche Feststellung |
|---|---|
| KG BL 460 24 266 | «direkter Vorsatz und egoistische Beweggründe, was jedoch deliktsimmanent und daher neutral zu werten ist» |
| KG BL 460 25 189 | «direktvorsätzlich und ihr Beweggrund war rein pekuniärer Natur, was tatbestandsimmanent und somit neutral zu gewichten ist» |
| KG BL 460 2021 112 | «mit direktem Vorsatz gehandelt, was tatbestandsimmanent ist und sich neutral auswirkt» |
| OG ZH SB170498 | «Sowohl die ungerechtfertigte Bereicherungsabsicht als auch die Gewerbsmässigkeit sind bereits tatbestandsimmanent» |
N 11 Die massgebliche Differenzierung verdeutlicht OG ZH SB240394: Dass jemand aus finanziellem Streben handelt, ist tatbestandsimmanent neutral. Straferhöhend wirkt erst die konkrete Verwendung des Deliktserlöses — etwa der Erwerb von Luxusgütern, teuren Sportwagen oder Liegenschaften zur Befriedigung eines extravaganten Lebensstils (OG ZH SB240074). Nicht der Wunsch nach Geld schlägt zu Buche, sondern der demonstrative Luxuskonsum auf Kosten der Opfer.
V. Opfermitverantwortung — bei der Strafzumessung, nicht nur beim Tatbestand
N 12 Im Schuldpunkt verwerfen Gerichte den Einwand der Opfermitverantwortung bei Art. 146 StGB regelmässig mit der Formel, der Tatbestand verlange nicht die «grösstmögliche Sorgfalt» des Opfers. Damit ist die Frage für die Strafzumessung jedoch keineswegs erledigt:
Weiter sind zwar Konstellationen denkbar, in denen die Opfermitverantwortung die Arglist nicht ausschliesst, der Betrügerin unter diesem Aspekt aber ein weniger gravierender Vorwurf gemacht werden kann, was bei der Strafzumessung zu berücksichtigen ist.
N 13 Dieser Grundsatz zeitigt namentlich im institutionellen Kredit- und Leasingbereich praktische Wirkung: In AppG BS SB.2022.131 hielt das Appellationsgericht fest, dass Kreditinstitute «bewusst in einem Umfeld derartiger Fehlanreize agieren und solche Anreize teilweise womöglich gar fördern» — und berücksichtigte dies strafmindernd. Ebenso in AppG BS SB.2021.117 (12 Monate bedingt bei Fr. 443'276.– Schaden), wo die unzureichende Verifikation der Kreditbanken zu einer milden Sanktion beitrug. Der Einwand bleibt im Strafpunkt mithin voll intakt.
C. Asperation und Deckungsgleichheit
N 14 Die Lage in der Praxis ist eindeutig: Bei Art. 146 StGB bildet der Betrug fast durchgehend die Einsatzstrafe; andere Wirtschaftsdelikte treten als Asperationsdelikte hinzu. Das am häufigsten zusammentreffende Delikt ist die Urkundenfälschung (Art. 251 StGB). Wo gefälschte Lohnausweise, Verträge oder Bilanzen ausschliesslich als Tatmittel zur Täuschung über die Bonität eingesetzt wurden, besteht eine erhebliche sachliche Deckungsgleichheit zwischen beiden Straftatbeständen.
N 15 Diese Deckungsgleichheit zwingt die Gerichte zu einer spürbaren Reduktion des Asperationszuschlags. In ständiger Praxis verhängen die Gerichte als Zuschlag für die Urkundenfälschung nur einen Bruchteil der Strafe, die isoliert für Art. 251 StGB angemessen gewesen wäre:
- In OG ZH SB240074 stand einer hypothetischen Einzelstrafe von 16 Monaten für die mehrfache Urkundenfälschung ein Asperationszuschlag von lediglich 6 Monaten gegenüber.
- In AppG BS SB.2022.131 wurde eine isolierte Einzelstrafe von 12 Monaten für die Urkundenfälschung mit 6 Monaten asperiert (Einsatzstrafe Betrug 33 Monate).
- In BGer 6B_1245/2016 vom 13.10.2017 entsprach der Zuschlag von 6 Monaten bei einer 15-monatigen Einzelstrafe exakt 40 %.
- In OG ZH SB230433 wurde eine Einzelstrafe von 8 Monaten mit 4 Monaten asperiert.
N 16 Dass Art. 146 StGB selbst als asperiertes Nebendelikt erscheint, bildet die absolute Ausnahme. In den ausgewerteten Urteilen liegt dies ausschliesslich dann vor, wenn ein familienrechtliches Dauerdelikt (OG ZH SB220251, Vernachlässigung von Unterhaltspflichten) oder schwere Gewaltdelikte im Vordergrund stehen. In reinen Vermögensstrafverfahren behält Art. 146 StGB stets die Führungsrolle.
D. Strafzumessungserhebliche Tatsachen
N 17 Die Auswertung der Urteilsdatenbank zeigt ein klares Raster von Sachverhaltsmerkmalen, welche die Gerichte mit bezifferter Wirkung straferhöhend bzw. strafmindernd gewichten:
I. Straferhöhende Sachverhaltsmerkmale
N 18 Raffinesse und kriminelle Energie: Die systematische Täuschung über professionell aufgesetzte Firmenvehikel, fingierte Revisionsberichte oder Scheingesellschaften begründet einen deutlichen Sprung der Tatschwere. Bei OG ZH SB220648 (Devisen-Schneeballsystem über Fr. 19 Mio.) wog die kriminelle Energie so schwer, dass das Gericht die Einsatzstrafe auf 6 Jahre festsetzte und die Gesamtstrafe auf 80 Monate (6 Jahre 8 Monate) erhöhte — den höchsten belegten Wert der gesamten Praxis.
N 19 Vielzahl geschädigter Privatanleger: Das Treffen natürlicher Personen, die um ihre Altersvorsorge oder Ersparnisse gebracht werden, stufen die Gerichte erheblich verwerflicher ein als die Schädigung juristischer Personen oder institutioneller Marktteilnehmer (OG ZH SB240074 mit 67 Privatanlegern; KG BL 460 19 151 mit rund 200 Geschädigten).
N 20 Missbrauch staatlicher Not- und Krisenverfahren (COVID-19-Kredite): Bei den COVID-19-Kreditbetrügen werten die Gerichte das Ausnutzen des auf Vertrauen und unbürokratische Hilfe ausgerichteten Bundesverfahrens durchwegs als schwere kriminelle Energie. In OG AG SST.2024.236 führte der Bezug von Fr. 500'000.– zu 42 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt und 5 Jahren Landesverweisung; in TC VD PE20.009554 stufte das Waadtländer Kantonsgericht das Verschulden bei Fr. 331'217.– als «très lourd» ein (18 Monate FS).
II. Strafmindernde Sachverhaltsmerkmale
N 21 Untergeordnete Beteiligung / Gehilfenschaft (Abholer und Kuriere): Eine zentrale Differenzierung etabliert die Praxis bei arbeitsteiligem Betrug (Telefonbetrug, falsche Polizisten, Enkeltrick). Handelt es sich beim Beschuldigten nicht um den Drahtzieher oder Callcenter-Betreiber, sondern um einen rekrutierten «Abholer» oder Geldkurier, qualifizieren die Gerichte den Tatbeitrag regelmässig als Gehilfenschaft. Dies eröffnet spürbare Strafminderungen und ermöglicht selbst bei Schäden im sechsstelligen Bereich den bedingten Strafvollzug: In BG Dietikon DG240040 erhielt ein Abholer bei Fr. 150'000.– Schaden eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten; in BG ZH DG240012 wurde das Verschulden einer Abholerin als «gerade noch leicht» bewertet (27 Monate, davon nur 9 Monate Vollzug).
N 22 Versuchsstadium (Art. 22 Abs. 1 StGB): Scheitert der Betrug an der Aufmerksamkeit der Bank oder des Opfers, führt das Ausbleiben des Schadens zu einer deutlichen Strafminderung: In BG Horgen / OG ZH SB210193 verhängte das Gericht bei Fr. 280'134.– versuchtem Schaden lediglich 10 Monate bedingte Freiheitsstrafe; in RG Plessur SR1 24 4 bei Fr. 75'948.– versuchtem Betrug 12 Monate bedingt.
E. Was in der Praxis nicht strafzumessungserheblich ist
N 23 Für die forensische Praxis sind jene Faktoren von herausragender Bedeutung, die von der Verteidigung zwar häufig vorgebracht, von den Gerichten jedoch regelmässig als Strafminderungsgründe verworfen werden:
- Wirtschaftliche Notlage, Überschuldung und geschäftlicher Druck: Die Behauptung, man habe das deliktisch erlangte Geld zur Rettung des eigenen Unternehmens oder zur Abzahlung privater Schulden benötigt, erkennen die Gerichte praktisch nie als Entlastung an. In OG BE SK 19 88 und BG ZH DG240120 hielten die Gerichte fest, dass wirtschaftliche Engpässe zum allgemeinen Lebens- und Unternehmensrisiko gehören und eine Straftat nicht rechtfertigen.
- Staatliche oder institutionelle Geschädigte: Dass das Geld von einer Grossbank, einer Versicherung, einer Arbeitslosenkasse (OG ZH SB150293) oder dem Staat via Notverordnung (COVID-Kredite) stammt, mindert das Tatverschulden nicht. Gerichte verwehren Tätern die Berufung darauf, dass «kein Individuum verarmt» sei.
- Nachträgliche Schadenswiedergutmachung unter Verfolgungsdruck: Zahlungen oder Rückerstattungen, die erst nach Einleitung des Strafverfahrens, unter dem Druck drohender Verhaftung oder im Rahmen von Zwangsmassnahmen (Arresten) erfolgen, erfüllen die Voraussetzungen von Art. 48 lit. d StGB nicht. Eine Strafminderung wegen tätiger Reue erfordert Spontaneität und Freiwilligkeit (OG ZH SB240074).
- Tatbestandsimmanenter Vorsatz und Gewerbsmässigkeit: Die Verwertung des direkten Vorsatzes oder der Gewerbsmässigkeit als verschärfende Umstände ist unzulässig (Doppelverwertungsverbot, N 10).
- Fehlende exakte Schadensberechnung: Bestreitungen bezüglich marginaler Schadenspositionen bleiben wirkungslos, da nach BGer 6B_309/2024 die Feststellung der Grössenordnung genügt (N 5).
F. Täterkomponente
N 24 Das Geständnis ist der quantitativ stärkste Hebel zugunsten der beschuldigten Person. Die Praxis honoriert ein frühes und umfassendes Geständnis mit einer festen Spanne: «Bei Vorliegen eines umfassenden Geständnisses sowie bei Einsicht und Reue ist eine Reduktion der verschuldensangemessenen Strafe um einen Fünftel bis einen Drittel zu gewähren» (OG ZH SB140275 unter Verweis auf BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). In BGer 6B_689/2025 vom 30.04.2026 senkte das Gericht die Strafe um exakt einen Drittel von 45 auf 30 Monate; in OG AG SST.2022.310 sicherte das Geständnis den bedingten Vollzug.
N 25 Der Rabatt entfällt oder schrumpft drastisch bei erdrückender Beweislage (BGer 6B_301/2019 vom 17.09.2019), bei bloss teilweiser Kooperation (OG ZH SB240074: lediglich 12 % Minderung) und erlischt vollständig, wenn ein früheres Geständnis im Berufungsverfahren taktisch widerrufen wird (KG BL 460 2021 112).
N 26 Verletzung des Beschleunigungsgebots (Art. 5 StPO / Art. 29 Abs. 1 BV): Wegen der häufig komplexen Aktenlage in Wirtschaftsstrafverfahren wiegt die Überlänge von Verfahren schwer. Belegt sind massive bezifferte Strafabschläge: −12 Monate bei elfjähriger Verfahrensdauer (BGer 6B_309/2024), −4 Monate (OG ZH SB210341), Strafmilderung im Tessiner Verfahren TPC TI 72.2020.88 und −25 Monate zuzüglich −35 Monate nach Art. 48 lit. e StGB (BGer 6B_1148/2023: Senkung von 60 auf 36 Monate).
N 27 Vorstrafen: Einschlägige Vorstrafen führen bei Art. 146 StGB zwingend zur Wahl der Freiheitsstrafe und schliessen eine günstige Legalprognose für den bedingten Vollzug praktisch aus (OG BE SK 20 109; OG ZH SB180525).
G. Deliktsbetrag und Strafmass: die Streubreite
N 28 Bei mehr als 10 Wertepaaren verlangt der Standard die Prüfung der Korrelation zwischen Deliktssumme und Sanktionshöhe. Die nachfolgende Tabelle stellt ausgewählte Leitgrössen der gesamten Bandbreite von Fr. 450.– bis Fr. 74 Mio. aufsteigend gegenüber:
| Deliktsbetrag | Entscheid | Tatbestand | Ausgesprochene Sanktion | Bemerkung zum Sachverhalt |
|---|---|---|---|---|
| CHF 450 | OG ZH SB250449 | Abs. 1 | 40 Tage FS + Busse | Kleinstbetrug; Einsatzstrafe 30 Tage FS |
| CHF 904 | BG Meilen / OG ZH SB250018 | Abs. 1 | 180 TS bedingt | Online-Bestellungen unter fremdem Namen |
| CHF 2'452 | OG ZH SB220251 | Abs. 1 | 10 Mt FS (Gesamtstrafe) | Betrug Einsatzstrafe 2 Monate |
| CHF 2'628 | BGer 6B_301/2019 | Abs. 2 | 6 Monate FS | Gewerbsmässig trotz geringer Summe |
| CHF 3'921 | OG AG SST.2024.144 | Abs. 1 | 2 Mt FS unbedingt | 1 Monat (30 Einheiten) Einsatzstrafe |
| CHF 11'895 | AppG BS SB.2021.108 | Abs. 1 | 50 TS Geldstrafe | 40 TS Einsatzstrafe |
| CHF 20'000 | KG SZ STK 2025 41 | Abs. 1 | 70 TS bedingt | COVID-19-Kreditbetrug |
| CHF 45'000 | KG BL 460 23 58 | Abs. 1 | 14 Mt FS bedingt | Corona-Kredit; 12 Mt Einsatzstrafe |
| CHF 54'000 | WStG / OG BE SK 19 88 | Abs. 1 | 150 TS bedingt | Kreditbetrug mit gefälschtem Lohnausweis |
| CHF 58'996 | OG BE SK 20 109 | Abs. 2 | 15 Mt FS unbedingt | Über 70 Online-Bestellungen; Vorstrafen |
| CHF 116'000 | BG ZH / OG ZH SB200291 | Abs. 2 | 30 Mt FS unbedingt | Schein-CEO einer Vermögensverwaltung |
| CHF 124'620 | BG ZH DG240120 | Abs. 1 | 24 Mt FS bedingt | Fakturierungsbetrug Schleiferei |
| CHF 135'600 | BG Winterthur / OG ZH SB180525 | Abs. 2 | 30 Mt FS unbedingt | Ausnutzen einer 74-jährigen Rentnerin |
| CHF 150'000 | BG Dietikon DG240040 | Abs. 2 | 16 Mt FS bedingt | Gehilfenschaft (Abholer Schockanrufe) |
| CHF 160'000 | BG ZH DG240012 | Abs. 2 | 27 Mt FS teilbedingt | Abholerin Enkeltrick (teils Versuch) |
| CHF 163'284 | BG Uster / OG ZH SB200075 | Abs. 2 | 36 Mt FS teilbedingt | Kreditvermittlungsbetrug über GmbH |
| CHF 211'000 | KG SZ STK 2024 11 | Abs. 2 | 42 Mt FS unbedingt | Gewerbsmässig & COVID-Kredite |
| CHF 240'000 | OG AG SST.2022.310 | Abs. 1 | 18 Mt FS bedingt | COVID-19-Kreditbetrug |
| CHF 300'000 | OG SO STBER.2022.48 | Abs. 1 | 15 Mt FS bedingt | COVID-Kreditbetrug; 12 Mt Einsatzstrafe |
| CHF 315'000 | KG BL 460 23 247 | Abs. 2 | 48 Mt FS unbedingt | Devisen- und Trading-Anlagebetrug |
| CHF 325'362 | TPC TI 72.2020.88 | Abs. 2 | 32 Mt FS teilbedingt | Truffa per mestiere; Beschleunigungsgebot |
| CHF 331'217 | TC VD PE20.009554 | Abs. 1 | 18 Mt FS teilbedingt | Crédit COVID-19; faute très lourde |
| CHF 440'000 | TP GE P/15263/2020 | Abs. 1 | 36 Mt FS teilbedingt | COVID-Kredite & Leasingbetrug |
| CHF 443'276 | AppG BS SB.2021.117 | Abs. 1 | 12 Mt FS bedingt | Bonitätstäuschung; Fehlanreize Banken |
| CHF 474'000 | BG ZH / OG ZH SB190567 | Abs. 2 | 45 Mt FS unbedingt | Fingierte Immobilienprojekte |
| CHF 500'000 | BG Dietikon / OG ZH SB230249 | Abs. 1 | 22 Mt FS teilbedingt | Darlehensbetrug |
| CHF 500'000 | OG AG SST.2024.236 | Abs. 1 | 42 Mt FS unbedingt | COVID-Kreditbetrug + 5 J. LV |
| CHF 723'432 | BG ZH / OG ZH SB190367 | Abs. 2 | 34 Mt FS teilbedingt | Trading- und Anlagebetrug |
| CHF 815'000 | OG ZH SB200048 | Abs. 2 | 48 Mt FS unbedingt | Investmentgesellschaft |
| CHF 1'024'659 | TC GE P/9374/2021 | Abs. 1 | 30 Mt FS teilbedingt | Darlehens- und Investitionsbetrug |
| CHF 1'300'000 | OG ZH SB210341 | Abs. 2 | 32 Mt FS teilbedingt | Aktienemissionen; -4 Mt Art. 5 StPO |
| CHF 3'375'000 | BGer 6B_309/2024 | Abs. 1 | 50 Mt FS (Einsatzstrafe) | Höchste Einzelstrafe Grundtatbestand |
| CHF 3'981'700 | OG ZH SB220034 | Abs. 2 | 36 Mt FS teilbedingt | Rohstoffhandelsinvestments |
| CHF 6'500'000 | CJ GE AARP/149/2021 | Abs. 2 | 42 Mt FS unbedingt | Investitionsfondsbetrug + 5 J. LV |
| CHF 12'800'000 | KG BL 460 19 151 | Abs. 2 | 60 Mt FS (Einsatz 48 Mt) | Rund 200 Geschädigte |
| CHF 19'000'000 | OG ZH SB220648 | Abs. 2 | 80 Mt FS unbedingt | Schneeballsystem; Höchststrafe |
| CHF 74'174'251 | OG ZH SB240074 | Abs. 2 | 72 Mt FS unbedingt | Ponzi-Scheme; hypothetisch 7½–8 J. |
H. Strafart, Vollzug und Verbindungsbusse
N 29 Schwelle zur Freiheitsstrafe: Bei Art. 146 Abs. 1 StGB verläuft die Trennlinie zwischen Geldstrafe und Freiheitsstrafe primär entlang der Strafhöhe. Einhellig judizieren die Gerichte, dass ab einer Strafhöhe von 12 bis 18 Monaten eine Geldstrafe nach Art. 34 Abs. 1 StGB nicht mehr aussprechbar ist (OG ZH SB230144; BGer 7B_783/2023; KG BL 460 25 189). Unterhalb dieser Schwelle entscheidet die Zweckmässigkeit: Bei einschlägigen Vorstrafen greifen die Gerichte selbst bei kurzen Strafen von 1 bis 2 Monaten zur Freiheitsstrafe (OG AG SST.2024.144; BGE 144 IV 217 E. 4.3).
N 30 Vollzugsformen: Der bedingte Vollzug (Art. 42 StGB) ist bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe möglich und wird bei Ersttätern im mittleren Betrugsbereich regelmässig gewährt (z.B. OG SO STBER.2022.48: 15 Monate bedingt; OG AG SST.2022.310: 18 Monate bedingt). Im Band zwischen 24 und 36 Monaten bildet der teilbedingte Vollzug (Art. 43 StGB) das Standardinstrument der Gerichte (belegt in 14 Entscheiden, u.a. BG ZH DG240012, BG Uster SB200075, TPC TI 72.2020.88). Ab einer Gesamtfreiheitsstrafe von mehr als 36 Monaten ist der Vollzug zwingend unbedingt (Art. 42 Abs. 1, Art. 43 Abs. 1 StGB).
Achtung: geändertes Recht — Der Strafrahmen des gewerbsmässigen Betrugs wurde per 1. Juli 2023 grundlegend revidiert (BG vom 17.12.2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen, AS 2023 259). Nach aArt. 146 Abs. 2 StGB drohte «Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen». Seit 1. Juli 2023 lautet der Rahmen zwingend auf «Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren».
Eine Geldstrafe ist für gewerbsmässigen Betrug nach neuem Recht mithin ausgeschlossen und eine strikte Mindeststrafe von 6 Monaten Freiheitsstrafe eingeführt. Werte wie die Geldstrafe von 90 Tagessätzen aus AppG BS SB.2015.77 sind für Taten ab dem 1. Juli 2023 nicht mehr aussprechbar. Für Taten vor diesem Stichtag wenden die Gerichte nach Art. 2 Abs. 2 StGB weiterhin das mildere alte Recht an (KG BL 460 24 266).
I. Belegte Strafmasse
Einsatzstrafen und Asperationszuschläge sind getrennt auszuweisen: Die Einzelstrafe misst das Delikt für sich, der Zuschlag ist bereits um den Konnex zum Hauptdelikt gekürzt (N 14 f.). Ein Vergleich über beide Gruppen hinweg ist unzulässig. Die Spalte Einzel-/Einsatzstrafe gibt wieder, was das Gericht für den Schuldspruch nach Art. 146 StGB als verschuldensangemessen bezeichnet; die Spalte Ausgesprochen nennt die Sanktion, die im Dispositiv desselben Urteils gegen dieselbe Person tatsächlich verhängt wurde — regelmässig eine Gesamt- oder Zusatzstrafe für mehrere Delikte. FS = Freiheitsstrafe, TS = Tagessätze Geldstrafe; «Strafeinheiten» bezeichnet die vor der Strafartwahl bemessene Grösse (30 Strafeinheiten = 1 Monat).
Tabelle 1: Art. 146 Abs. 1 StGB (Grundtatbestand) — gespiegelt am Dispositiv
| Entscheid | Datum | Benannter Grad | Einzel-/Einsatzstrafe | Ausgesprochen (Dispositiv) | Bezugsgrösse / Sachverhalt |
|---|---|---|---|---|---|
| OG ZH SB250449 | 2026-03-26 | «sehr leicht» | 30 Tage FS | 40 Tage FS + Busse Fr. 1'700 | 60 TS |
| OG AG SST.2024.144 | 2025-06-25 | «sehr leicht bis leicht» | 1 Monat (30 Strafeinheiten) | 2 Mt FS unbedingt | CHF 3'921.45 |
| AppG BS SB.2021.108 | 2022-08-24 | «noch leicht» | 40 TS | 50 TS (nach Asperation) | Fr. 11'895.35 |
| OG ZH GG190213-L | 2020-02-12 | — | 240 TS bzw. 8 Monate | 210 TS + Busse Fr. 1'500 | — |
| OG ZH GG240008 | 2025-05-07 | «sehr leicht» | 60 Tage FS | 90 Tage FS + Busse Fr. 2'100 | — |
| OG ZH SB220251 | 2023-01-20 | «noch gering (Deliktsbetrag)» | 2 Monate | 10 Mt FS | Fr. 2'452 |
| BG Meilen / OG ZH SB250018 | 2024-10-16 | «leicht» | 60 TS | 180 TS bedingt | CHF 904 (Online-Warenbestellungen) |
| KG BL 460 23 58 | 2023-12-05 | «leicht bis mittelschwer» | 12 Monate | 14 Mt FS bedingt (Asperation +2 Mt) | CHF 45'000 (Corona-Kredit) |
| OG AG SST.2022.310 | 2023-10-23 | «erheblich» | 12 Monate (Tatkomponente) | 18 Mt FS bedingt (Geständnisrabatt) | CHF 240'000 (COVID-19-Kredit) |
| OG SO STBER.2022.48 | 2023-08-31 | «noch leicht» | 12 Monate | 15 Mt FS bedingt (Asperation +3 Mt) | CHF 300'000 (COVID-19-Kredit) |
| AppG BS SB.2021.117 | 2023-01-24 | «nicht mehr leicht» | 12 Monate | 12 Mt FS bedingt | CHF 443'276 (Kreditbetrug/Bonitätstäuschung) |
| KG SZ STK 2025 41 | 2026-04-15 | «leicht» | 70 TS | 70 TS bedingt | CHF 20'000 (COVID-19-Kredit) |
| OG ZH SB230507 | 2024-08-30 | «leicht» | 75 TS | 120 TS Geldstrafe | Fr. 29'168.50 |
| OG ZH SB250036 | 2026-03-13 | «noch leicht» | 90 TS | 90 TS Geldstrafe | COVID-19-Kredit; zweiter Fall rund Fr. 750 |
| KG SZ STK 2022 42 | 2024-03-26 | — | Geldstrafe (Einsatzstrafe Betrug) | 68 TS + Busse Fr. 2'720 | rund Fr. 25'000 (COVID-19-Kredit) |
| OG ZH SB210009 | 2022-03-29 | — | 4 Monate (Einzelstrafe) | 5 Mt FS | — |
| WStG / OG BE SK 19 88 | 2018-12-21 | «mittelschwer» | 120 TS | 150 TS bedingt (Asperation +30 TS) | CHF 54'000 (Kreditbetrug mit gefälschtem Lohnausweis) |
| TP GE P/15263/2020 | 2021-05-07 | «erheblich» | 24 Monate | 36 Mt FS teilbedingt (18 Mt vollziehbar) | CHF 440'000 (COVID-19-Kredite und Leasing) |
| BStGer CA.2023.33 | 2024-06-02 | «zwischen noch leicht und nicht mehr leicht» | 180 Strafeinheiten, als Geldstrafe 150 TS | 34 Mt FS + 180 TS + Busse Fr. 700 | Fr. 15'775.10 |
| AppG BS SB.2016.43 | 2017-03-24 | — | 7 Monate (Betrug + Urkundenfälschung, asperiert) | — | |
| OG ZH SB150293 | 2016-02-23 | «nicht mehr leicht» | 18 Monate | 27 Mt FS + 60 TS | Fr. 122'212 |
| TC VD PE20.009554 | 2024-09-19 | «sehr schwer (lourde)» | 18 Monate | 18 Mt FS teilbedingt (6 Mt vollziehbar) | CHF 331'217 (Crédit COVID-19) |
| OG ZH SB120286 | 2013-02-15 | «noch leicht» | 9 Monate | 20 Mt FS + Busse Fr. 1'000 | Fr. 50'400 |
| OG ZH SB160506 | 2017-10-17 | — | 13 Monate | 16 Mt FS | Fr. 37'000 |
| BG ZH DG240120 | 2025-01-24 | «keineswegs leicht» | 15 Monate | 24 Mt FS bedingt | CHF 124'620 (Fakturenfälschung Schleiferei) |
| OG ZH SB230144 | 2023-11-15 | «nicht mehr leicht» | 16 Monate | 18 Mt FS + 80 TS | über Fr. 100'000 |
| BG Dietikon / OG ZH SB230249 | 2022-10-12 | «nicht mehr leicht» | 16 Monate | 22 Mt FS teilbedingt (10 Mt vollziehbar) | CHF 500'000 (Darlehensbetrug) |
| OG ZH SB240394 | 2025-09-11 | «mittelschwer» | 30 Monate | 24 Mt FS + 110 TS | — |
| TC GE P/9374/2021 | 2025-05-09 | «erheblich» | 30 Monate | 30 Mt FS teilbedingt (15 Mt vollziehbar) | CHF 1'024'659 (Darlehens- und Investitionsbetrug) |
| OG AG SST.2024.236 | 2025-12-05 | «erheblich / schwer» | 36 Monate | 42 Mt FS unbedingt + 5 J. LV | CHF 500'000 (COVID-19-Kreditbetrug) |
| BGer 6B_309/2024 | 2025-03-10 | — | 50 Monate | Beschwerde abgewiesen | Fr. 3'375'000 |
N 31 Die belegte Praxis zu Abs. 1 reicht von 30 Tagen bis 50 Monaten Freiheitsstrafe und schöpft den Fünfjahresrahmen damit nahezu vollständig aus. Rund ein Drittel der Werte liegt im Bereich der Geldstrafen bis 90 Tagessätzen bzw. kurzen Freiheitsstrafen unter sechs Monaten. Spitzenwerte über drei Jahre bedürfen qualifizierter Erschwernisse: In BGer 6B_309/2024 (50 Monate) und OG AG SST.2024.236 (36 Monate Einsatzstrafe, 42 Monate ausgesprochen) lagen Schäden von Fr. 3,37 Mio. bzw. Fr. 500'000.– bei hochgradiger krimineller Energie vor.
Tabelle 2: Art. 146 Abs. 2 StGB (gewerbsmässig) — gespiegelt am Dispositiv
| Entscheid | Datum | Benannter Grad | Einzel-/Einsatzstrafe | Ausgesprochen (Dispositiv) | Bezugsgrösse / Sachverhalt |
|---|---|---|---|---|---|
| AppG BS SB.2015.77 | 2017-06-02 | — | 90 TS Geldstrafe | 180 TS Geldstrafe (Zusatzstrafe) | — |
| OG ZH SB220158 | 2023-05-04 | «keineswegs leicht» | 36 Monate | 3½ Jahre FS + 75 TS | über CHF 1.2 Mio |
| OG BE SK 2019 77 | 2019-12-19 | — | 180 Tage FS (Tatkomponenten), 210 Tage nach Täterkomponente | tiefer Deliktsbetrag, Vielzahl von Handlungen | |
| BGer 6B_301/2019 | 2019-09-17 | «gerade noch leicht» | 6 Monate | Fr. 2'628 | |
| BG Dietikon DG240040 | 2025-07-08 | «nicht mehr leicht (Gehilfenschaft)» | 16 Monate | 16 Mt FS bedingt | CHF 150'000 (Kurier/Abholer bei Schockanrufen) |
| OG ZH SB210341 | 2022-03-29 | «keinesfalls leicht» | 36 Monate | 32 Mt FS teilbedingt (-4 Mt Art. 5 StPO) | CHF 1'300'000 (Aktienemissionen) |
| OG ZH SB220034 | 2024-05-03 | «mittelschwer» | 36 Monate | 36 Mt FS teilbedingt + 360 TS Geldstrafe | CHF 3'981'700 (Rohstoff- und Goldhandelsanlage) |
| KG BL 460 2021 112 | 2022-01-04 | «leicht bis nicht mehr leicht» | 270 Tage | Beuteanteil CHF 28'000 | |
| OG BE SK 20 109 | 2021-08-10 | «erheblich» | 15 Monate | 15 Mt FS unbedingt (Vorstrafen) | CHF 58'996 (über 70 Online-Bestellungen unter Alias) |
| BGer 7B_783/2023 | 2024-10-15 | — | 18 Monate (Einzelstrafe) | teilweise Gutheissung, Rückweisung in anderen Punkten | Fr. 465'171 |
| OG BE BK 2017 368 | 2017-11-22 | — | 20 Monate | — | |
| KG BL 460 25 189 (Besch. 2) | 2025-11-07 | «noch leicht» | 21 Monate | 22 Mt FS bedingt | Fr. 102'613.15 |
| KG BL 460 25 189 (Besch. 1) | 2025-11-07 | «noch leicht bis nicht mehr leicht» | 23 Monate | 27 Mt FS teilbedingt (6 Mt unbedingt) + 15 TS | Fr. 122'861.55 |
| OG ZH SB230433 | 2024-06-17 | «nicht mehr leicht» | 24 Monate | 4½ Jahre FS + 130 TS | CHF 351'050 |
| BG Winterthur / OG ZH SB180525 | 2018-07-12 | «mittelschwer bis schwer» | 24 Monate | 30 Mt FS unbedingt | CHF 135'600 (Betrug an 74-jähriger Rentnerin) |
| BG Uster / OG ZH SB200075 | 2019-11-14 | «eher leicht» | 24 Monate | 36 Mt FS teilbedingt (12 Mt vollziehbar) | CHF 163'284 (Kreditvermittlung über GmbH) |
| BG ZH DG240012 | 2024-03-21 | «gerade noch leicht (Abholerin)» | 27 Monate | 27 Mt FS teilbedingt (9 Mt vollziehbar) | CHF 160'000 (Schockanrufe/falsche Polizistin, teils Versuch) |
| OG ZH SB190520 | 2020-03-05 | — | 30 Monate (nach Asperation 33) | 30 Mt FS, 8 Mt vollziehbar | — |
| OG ZH SB180362 | 2019-06-25 | — | 30 Monate (Sozialhilfebetrug) | 30 Mt FS + 90 TS | rund Fr. 159'000 |
| OG ZH SB170498 | 2018-11-01 | — | 30 Monate (erste Phase) | 29 Mt FS | — |
| BGer 6B_1245/2016 | 2017-10-13 | «leicht bis mittelschwer» | 30 Monate (im ersten Berufungsurteil 40) | knapp Fr. 155'000 | |
| BGer 6B_958/2016 | 2017-07-19 | — | 2½ Jahre (30 Monate) | Schaden rund Fr. 5 Mio | |
| OG ZH SB140546 | 2015-08-27 | — | rund 30 Monate | 36 Mt FS | Fr. 50'010 |
| BGer 6B_1179/2013 (Beschwerdeführer) | 2014-08-28 | — | 30 Monate | Asperation +16 Mt | — |
| BG ZH / OG ZH SB200291 | 2020-05-06 | «erheblich» | 30 Monate | 30 Mt FS unbedingt | CHF 116'000 (Falscher CEO Vermögensverwaltung) |
| KG SZ STK 2024 11 | 2025-09-23 | «mittelschwer» | 30 Monate | 42 Mt FS unbedingt (Asperation/Widerruf) | CHF 211'000 (Gewerbsmässiger Betrug und COVID-Kredite) |
| BG ZH / OG ZH SB190567 | 2019-08-28 | «nicht mehr leicht» | 30 Monate | 45 Mt FS unbedingt (Asperation) | CHF 474'000 (Vortäuschen von Immobilienprojekten) |
| OG ZH SB200048 | 2020-10-21 | «mittelschwer» | 30 Monate | 48 Mt FS unbedingt (Asperation) | CHF 815'000 (Investmentgesellschaft) |
| TPC TI 72.2020.88 | 2020-07-15 | «di una certa gravità» | 32 Monate | 32 Mt FS teilbedingt (16 Mt vollziehbar; Beschleunigungsgebot) | CHF 325'362 (Truffa per mestiere con crediti e falsi) |
| AppG BS SB.2022.131 | 2024-01-18 | «an der Grenze zwischen leicht und mittelschwer» | 33 Monate (Vorinstanz 30) | 3 Jahre 5 Mt FS + 10 TS | knapp CHF 900'000 allein 2010-2014 |
| OG ZH SB150050 | 2015-05-12 | «nicht mehr leicht» | 33 Monate | 30 Mt FS + 20 TS | Fr. 33'400 |
| BG ZH / OG ZH SB190367 | 2019-06-24 | «keineswegs leicht» | 34 Monate | 34 Mt FS teilbedingt (12 Mt vollziehbar) | CHF 723'432 (Anlagebetrug Trading) |
| OG ZH SB200039 | 2020-10-20 | «erheblich (objektiv)» | 38 Monate | 36 Mt FS + 120 TS | — |
| CJ GE AARP/149/2021 | 2021-02-05 | «très lourd» | 42 Monate | 42 Mt FS unbedingt + 5 J. LV | CHF 6'500'000 (Investitionsfonds/Anlagebetrug) |
| KG BL 460 19 151 | 2019-11-08 | «Ausmass des Erfolgs äusserst gross» | 48 Monate | Asperation auf 60 Mt | rund Fr. 12'800'000, rund 200 Geschädigte |
| OG ZH SB140275 | 2014-10-20 | «erheblich» | 45-48 Monate | 30 Mt FS (Vorinstanz 50 Mt, -20 Mt für Nachtatverhalten und Beschleunigungsgebot) | — |
| KG BL 460 23 247 | 2024-09-25 | «schwer» | 48 Monate | 48 Mt FS unbedingt | CHF 315'000 (Anlagebetrug Devisen/Trading) |
| BGer 6B_689/2025 | 2026-04-30 | «erheblich (objektiv)» | 60 Monate objektiv, nach subjektiver Reduktion 45 Mt, nach Geständnis 30 Mt | Beschwerde abgewiesen | Fr. 919'866.95 / 15 Jahre |
| BGer 6B_949/2024 | 2026-03-04 | «mittelschwer» | 5 Jahre (60 Monate) | im Strafpunkt bestätigt | — |
| KG BL 460 24 266 | 2025-10-22 | «mittel» | 60 Monate | 3 Jahre 9 Mt FS (Verschlechterungsverbot; angemessen wären 4 J. 2 Mt) | rund Fr. 1'400'000 / 7 Jahre |
| BGer 6B_1148/2023 | 2025-02-20 | — | 60 Monate (Haupttat) | 36 Mt FS (nach -25 Mt Beschleunigungsgebot und -35 Mt Art. 48 lit. e) | — |
| BGer 6B_1179/2013 (Mitbeschuldigter Y.) | 2014-08-28 | — | 72 Monate | — | |
| OG ZH SB220648 | 2024-05-23 | «sehr schwer» | 72 Monate (Einsatzstrafe 6 Jahre) | 80 Mt FS unbedingt (neuer Spitzenwert) | CHF 19'000'000 (Schneeballsystem über 140 Anleger) |
| OG ZH SB240074 | 2025-11-11 | «schwer bis sehr schwer» | 7½ Jahre (hypothetisch) | 72 Mt (6 Jahre) FS unbedingt + 10 J. LV (Verschlechterungsverbot) | CHF 74'174'251 (Ponzi-Scheme 67 Privatanleger) |
N 32 Die belegte Praxis zum gewerbsmässigen Betrug reicht von 90 Tagessätzen bis zu 80 Monaten (6 Jahren 8 Monaten) Freiheitsstrafe. Der bisherige Maximalwert von 72 Monaten wird durch OG ZH SB220648 (80 Monate unbedingt) abgelöst; bei OG ZH SB240074 hielt das Gericht gar eine hypothetische Strafe von 7½ bis 8 Jahren für angemessen, verhängte wegen des Verschlechterungsverbots jedoch 72 Monate. Eine deutliche Massierung zeigt sich zwischen 30 und 42 Monaten (19 von 44 Entscheiden). Strafen über 6 Jahren (72 Monate) bleiben auf gravierende Schneeballsysteme mit zweistelligen Millionenschäden und Hunderten Geschädigten beschränkt.
Kontrolltabelle — Die Gegenüberstellung dient der Plausibilitätskontrolle im Sinne von BGE 136 IV 55 E. 5.7: Sie ordnet den von den Gerichten benannten Verschuldensgraden die tatsächlichen Sanktionsspannen zu.
| Benannter Verschuldensgrad | Art. 146 Abs. 1 StGB | Art. 146 Abs. 2 StGB | Empirische Beobachtung |
|---|---|---|---|
| «sehr leicht» | 30–60 Tage FS | — | Geldstrafe oder kurze FS; meist Einzeltaten unter Fr. 5'000.– |
| «leicht» / «noch leicht» | 70–90 TS / 12 Mt FS | 6 Mt FS – 270 Tage / 24 Mt FS | Meist Ersttäter; Schwelle zur unbedingten Strafe noch nicht überschritten |
| «nicht mehr leicht» | 12–18 Monate FS | 16–33 Monate FS | Typischer Bereich für Gehilfenschaft (Abholer) oder Beträge Fr. 100k–500k |
| «mittelschwer» / «mittel» | 15–30 Monate FS | 30–42 Monate FS | Massierungsbereich bei gewerbsmässigen Anlage- und COVID-Betrügen |
| «schwer» / «erheblich» | 24–42 Monate FS | 36–60 Monate FS | Mehrjährige Delinquenz, grosse Beträge, Verwerflichkeit |
| «sehr schwer» | 18 Mt FS (teilbed., VD) | 72–80 Monate FS | Massenbetrug, Schneeballsysteme, Fr. 19 Mio. bis Fr. 74 Mio. |
N 33 Die Tabelle illustriert, dass dieselbe verbale Einstufung (z.B. «mittelschwer») bei Abs. 1 typischerweise Strafen um 2 Jahre indiziert, während sie bei Abs. 2 in den Bereich von 3 bis 3½ Jahren führt. Wer eine Strafe ausserhalb der für den belegten Grad ausgewiesenen Bandbreite verlangt oder festsetzt, trägt eine gesteigerte richterliche Begründungslast.
Tabelle 3: Bezifferte Asperationszuschläge
| Entscheid | Datum | Basis (Einsatzstrafe Betrug) | Zuschlag | Isolierte Einzelstrafe | Nebendelikt |
|---|---|---|---|---|---|
| OG ZH SB250449 | 2026-03-26 | 30 Tage FS | 20 Tage | — | Urkundenfälschung |
| OG ZH SB250036 | 2026-03-13 | 90 TS | 60 TS (zweiter Betrug) + 30 TS (zwei Urkundenfälschungen) | — | — |
| OG ZH SB230433 | 2024-06-17 | — | 4 Monate | 8 Monate | Betrug Dossier 10 B |
| BStGer CA.2023.33 | 2024-06-02 | 150 TS | 30 TS | — | mehrfache Gewaltdarstellungen |
| AppG BS SB.2022.131 | 2024-01-18 | 33 Monate | 6 Monate (Urkundenfälschung) + 5 Monate (mehrfacher Betrug) | 12 Monate (Urkundenfälschung), 10 Monate (mehrfacher Betrug) | — |
| OG ZH SB220251 | 2023-01-20 | 2 Monate | 14 Monate | — | Vernachlässigung von Unterhaltspflichten |
| OG ZH SB220053 | 2022-11-30 | — | 1 Monat | — | — |
| AppG BS SB.2021.108 | 2022-08-24 | 40 TS | 10 TS | 40 TS | Falschbeurkundung |
| OG ZH SB210009 | 2022-03-29 | — | 10 Tage | 15 Tage | — |
| OG ZH SB190520 | 2020-03-05 | 30 Monate | 3 Monate | — | mehrfache Urkundenfälschung |
| OG ZH SB180362 | 2019-06-25 | 30 Monate | 6 Monate | — | Urkundenfälschung und unrechtmässiger Bezug |
| KG BL 460 19 151 | 2019-11-08 | 48 Monate | 12 Monate | — | — |
| KG BL 460 24 266 | 2025-10-22 | 62 Monate | 10 Monate | — | — |
| BGer 6B_1245/2016 | 2017-10-13 | — | 6 Monate (früher 8) | 15 Monate | Urkundenfälschung |
| OG ZH GG190213-L | 2020-02-12 | 240 TS bzw. 8 Monate | 60 TS bzw. 2 Monate | — | — |
N 34 Die belegten Asperationszuschläge reichen von 10 Tagen bis 12 Monaten. Sie stehen stets in Proportion zur Hauptstrafe: Niedrige Zuschläge ergänzen Geldstrafen, während Zuschläge um ein Jahr nur neben mehrjährigen Einsatzstrafen figurieren. Wo isolierte Einzelstrafen beziffert wurden, bestätigt sich die Regel, dass der Zuschlag bei engem Konnex rund die Hälfte der Einzelstrafe beträgt (N 15).
J. Prüfraster für die Praxis
Die Faktoren der Strafzumessung bei Art. 146 StGB in der Reihenfolge ihres empirisch belegten Gewichts:
| Merkmal / Sachverhaltselement | Richtung | Belegte praktische Wirkung |
|---|---|---|
| Ausnutzen von Vertrauensstellungen, Abhängigkeiten oder Notlagen | erhöhend | «besonders verwerflich»; trägt Sprung in schwere Verschuldensstufe (N 7, N 18) |
| Raffinesse, Schneeballsystem, Ponzi-Scheme, Scheinwelten | erhöhend | Begründet Spitzenstrafen bis zu 80 Monaten FS (N 8, N 18, N 32) |
| Deliktsbetrag (Schadenshöhe) | erhöhend | Fr. 450 → 30 Tage FS; Fr. 500k → 42 Mt FS; Fr. 19 Mio → 80 Mt FS (N 4, N 28) |
| Missbrauch staatlicher Krisenverfahren (COVID-19-Kredite) | erhöhend | Wertung als gesteigerte kriminelle Energie; unbedingte FS (N 20) |
| Deliktszeitraum, Kadenz und Vielzahl Einzelhandlungen | erhöhend | 70 Bestellungen → 15 Mt unbedingt; 15 Jahre → 60 Mt objektiv (N 9) |
| Vielzahl geschädigter Privatanleger | erhöhend | Schädigung natürlicher Personen wiegt schwerer als institutionelle Opfer (N 19) |
| Demonstrativer Luxuskonsum aus Deliktserlös | erhöhend | Immobilien-, Fahrzeugkauf begründet Strafschärfung jenseits des Bereicherungsmotivs (N 11) |
| Einschlägige Vorstrafen | erhöhend | Erzwingt Wahl der Freiheitsstrafe und schliesst bedingten Vollzug aus (N 27, N 29) |
| Umfassendes Geständnis, Einsicht und Reue | mindernd | Regelrabatt von 20 % bis 33 % (ein Fünftel bis ein Drittel; N 24) |
| Verletzung des Beschleunigungsgebots (Art. 5 StPO) | mindernd | Bezifferte Reduktionen von −4 bis −35 Monaten (N 26) |
| Untergeordnete Tatrolle (Abholer/Kurier als Gehilfe) | mindernd | Ermöglicht selbst im sechsstelligen Schadensbereich bedingte Strafen um 16 Mt (N 21) |
| Versuchsstadium (Art. 22 Abs. 1 StGB) | mindernd | Erhebliche Minderung mangels Schadenseintritts (N 22) |
| Enger Konnex zum Nebendelikt (Urkundenfälschung als Tatmittel) | mindernd | Dämpft Asperationszuschlag auf ca. 40–50 % der Einzelstrafe (N 14 f.) |
| Opfermitverantwortung bei Banken / institutionellen Kreditgebern | mindernd | Fehlanreize und Kontrollversäumnisse mindern Tatschwere im Strafpunkt (N 12 f.) |
| Direkter Vorsatz und Bereicherungsabsicht | — | Tatbestandsimmanent; Doppelverwertungsverbot verbietet Schärfung (N 10) |
| Gewerbsmässigkeit bei Abs. 2 | — | Tatbestandsimmanent; begründet nur den Rahmenwechsel (N 10) |
| Wirtschaftliche Notlage, Schuldenabbau, geschäftlicher Druck | — | Entlastet regelmässig nicht; allgemeines Lebensrisiko (N 23) |
| Geschädigtenstatus (Staat, Bank, Versicherung) | — | Schliesst Tatvorwurf nicht aus und bagatellisiert Schuld nicht (N 23) |
| Schadenswiedergutmachung erst unter Zwang/Verfolgungsdruck | — | Keine Strafminderung nach Art. 48 lit. d StGB (N 23) |
| Exakte Bezifferung von Randpositionen des Schadens | — | Nicht erforderlich; Feststellung der Grössenordnung genügt (N 5) |
K. Ausgewertete Entscheide
- BGer 6B_689/2025 vom 2026-04-30 — Verschulden «erheblich (objektiv)» — Einsatzstrafe 60 Monate objektiv, nach subjektiver Reduktion 45 Mt, nach Geständnis 30 Mt — Dispositiv: Beschwerde abgewiesen — (Fr. 919'866.95 / 15 Jahre)
- KG SZ STK 2025 41 vom 2026-04-15 — Verschulden «leicht» — Einsatzstrafe 70 TS — Dispositiv: 70 TS bedingt — (CHF 20'000 (COVID-19-Kredit))
- OG ZH SB250449 vom 2026-03-26 — Verschulden «sehr leicht» — Einsatzstrafe 30 Tage FS — Dispositiv: 40 Tage FS + Busse Fr. 1'700 — (60 TS)
- OG ZH SB250036 vom 2026-03-13 — Verschulden «noch leicht» — Einsatzstrafe 90 TS — Dispositiv: 90 TS Geldstrafe — (COVID-19-Kredit; zweiter Fall rund Fr. 750)
- BGer 6B_949/2024 vom 2026-03-04 — Verschulden «mittelschwer» — Einsatzstrafe 5 Jahre (60 Monate) — Dispositiv: im Strafpunkt bestätigt
- OG AG SST.2024.236 vom 2025-12-05 — Verschulden «erheblich / schwer» — Einsatzstrafe 36 Monate — Dispositiv: 42 Mt FS unbedingt + 5 J. LV — (CHF 500'000 (COVID-19-Kreditbetrug))
- OG ZH SB240074 vom 2025-11-11 — Verschulden «schwer bis sehr schwer» — Einsatzstrafe 7½ Jahre (hypothetisch) — Dispositiv: 72 Mt (6 Jahre) FS unbedingt + 10 J. LV (Verschlechterungsverbot) — (CHF 74'174'251 (Ponzi-Scheme 67 Privatanleger))
- KG BL 460 25 189 (Besch. 1) vom 2025-11-07 — Verschulden «noch leicht bis nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 23 Monate — Dispositiv: 27 Mt FS teilbedingt (6 Mt unbedingt) + 15 TS — (Fr. 122'861.55)
- KG BL 460 25 189 (Besch. 2) vom 2025-11-07 — Verschulden «noch leicht» — Einsatzstrafe 21 Monate — Dispositiv: 22 Mt FS bedingt — (Fr. 102'613.15)
- KG BL 460 24 266 vom 2025-10-22 — Verschulden «mittel» — Einsatzstrafe 60 Monate — Dispositiv: 3 Jahre 9 Mt FS (Verschlechterungsverbot; angemessen wären 4 J. 2 Mt) — (rund Fr. 1'400'000 / 7 Jahre)
- KG SZ STK 2024 11 vom 2025-09-23 — Verschulden «mittelschwer» — Einsatzstrafe 30 Monate — Dispositiv: 42 Mt FS unbedingt (Asperation/Widerruf) — (CHF 211'000 (Gewerbsmässiger Betrug und COVID-Kredite))
- OG ZH SB240394 vom 2025-09-11 — Verschulden «mittelschwer» — Einsatzstrafe 30 Monate — Dispositiv: 24 Mt FS + 110 TS
- BG Dietikon DG240040 vom 2025-07-08 — Verschulden «nicht mehr leicht (Gehilfenschaft)» — Einsatzstrafe 16 Monate — Dispositiv: 16 Mt FS bedingt — (CHF 150'000 (Kurier/Abholer bei Schockanrufen))
- OG AG SST.2024.144 vom 2025-06-25 — Verschulden «sehr leicht bis leicht» — Einsatzstrafe 1 Monat (30 Strafeinheiten) — Dispositiv: 2 Mt FS unbedingt — (CHF 3'921.45)
- TC GE P/9374/2021 vom 2025-05-09 — Verschulden «erheblich» — Einsatzstrafe 30 Monate — Dispositiv: 30 Mt FS teilbedingt (15 Mt vollziehbar) — (CHF 1'024'659 (Darlehens- und Investitionsbetrug))
- OG ZH GG240008 vom 2025-05-07 — Verschulden «sehr leicht» — Einsatzstrafe 60 Tage FS — Dispositiv: 90 Tage FS + Busse Fr. 2'100
- BGer 6B_309/2024 vom 2025-03-10 — Einsatzstrafe 50 Monate — Dispositiv: Beschwerde abgewiesen — (Fr. 3'375'000)
- BGer 6B_1148/2023 vom 2025-02-20 — Einsatzstrafe 60 Monate (Haupttat) — Dispositiv: 36 Mt FS (nach -25 Mt Beschleunigungsgebot und -35 Mt Art. 48 lit. e)
- BG ZH DG240120 vom 2025-01-24 — Verschulden «keineswegs leicht» — Einsatzstrafe 15 Monate — Dispositiv: 24 Mt FS bedingt — (CHF 124'620 (Fakturenfälschung Schleiferei))
- BG Meilen / OG ZH SB250018 vom 2024-10-16 — Verschulden «leicht» — Einsatzstrafe 60 TS — Dispositiv: 180 TS bedingt — (CHF 904 (Online-Warenbestellungen))
- BGer 7B_783/2023 vom 2024-10-15 — Einsatzstrafe 18 Monate (Einzelstrafe) — Dispositiv: teilweise Gutheissung, Rückweisung in anderen Punkten — (Fr. 465'171)
- KG BL 460 23 247 vom 2024-09-25 — Verschulden «schwer» — Einsatzstrafe 48 Monate — Dispositiv: 48 Mt FS unbedingt — (CHF 315'000 (Anlagebetrug Devisen/Trading))
- TC VD PE20.009554 vom 2024-09-19 — Verschulden «sehr schwer (lourde)» — Einsatzstrafe 18 Monate — Dispositiv: 18 Mt FS teilbedingt (6 Mt vollziehbar) — (CHF 331'217 (Crédit COVID-19))
- OG ZH SB230507 vom 2024-08-30 — Verschulden «leicht» — Einsatzstrafe 75 TS — Dispositiv: 120 TS Geldstrafe — (Fr. 29'168.50)
- OG ZH SB230433 vom 2024-06-17 — Verschulden «nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 24 Monate — Dispositiv: 4½ Jahre FS + 130 TS — (CHF 351'050)
- BStGer CA.2023.33 vom 2024-06-02 — Verschulden «zwischen noch leicht und nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 180 Strafeinheiten, als Geldstrafe 150 TS — Dispositiv: 34 Mt FS + 180 TS + Busse Fr. 700 — (Fr. 15'775.10)
- OG ZH SB220648 vom 2024-05-23 — Verschulden «sehr schwer» — Einsatzstrafe 72 Monate (Einsatzstrafe 6 Jahre) — Dispositiv: 80 Mt FS unbedingt (neuer Spitzenwert) — (CHF 19'000'000 (Schneeballsystem über 140 Anleger))
- OG ZH SB220034 vom 2024-05-03 — Verschulden «mittelschwer» — Einsatzstrafe 36 Monate — Dispositiv: 36 Mt FS teilbedingt + 360 TS Geldstrafe — (CHF 3'981'700 (Rohstoff- und Goldhandelsanlage))
- KG SZ STK 2022 42 vom 2024-03-26 — Einsatzstrafe Geldstrafe (Einsatzstrafe Betrug) — Dispositiv: 68 TS + Busse Fr. 2'720 — (rund Fr. 25'000 (COVID-19-Kredit))
- BG ZH DG240012 vom 2024-03-21 — Verschulden «gerade noch leicht (Abholerin)» — Einsatzstrafe 27 Monate — Dispositiv: 27 Mt FS teilbedingt (9 Mt vollziehbar) — (CHF 160'000 (Schockanrufe/falsche Polizistin, teils Versuch))
- AppG BS SB.2022.131 vom 2024-01-18 — Verschulden «an der Grenze zwischen leicht und mittelschwer» — Einsatzstrafe 33 Monate (Vorinstanz 30) — Dispositiv: 3 Jahre 5 Mt FS + 10 TS — (knapp CHF 900'000 allein 2010-2014)
- KG BL 460 23 58 vom 2023-12-05 — Verschulden «leicht bis mittelschwer» — Einsatzstrafe 12 Monate — Dispositiv: 14 Mt FS bedingt (Asperation +2 Mt) — (CHF 45'000 (Corona-Kredit))
- OG ZH SB230144 vom 2023-11-15 — Verschulden «nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 16 Monate — Dispositiv: 18 Mt FS + 80 TS — (über Fr. 100'000)
- OG AG SST.2022.310 vom 2023-10-23 — Verschulden «erheblich» — Einsatzstrafe 12 Monate (Tatkomponente) — Dispositiv: 18 Mt FS bedingt (Geständnisrabatt) — (CHF 240'000 (COVID-19-Kredit))
- OG SO STBER.2022.48 vom 2023-08-31 — Verschulden «noch leicht» — Einsatzstrafe 12 Monate — Dispositiv: 15 Mt FS bedingt (Asperation +3 Mt) — (CHF 300'000 (COVID-19-Kredit))
- OG ZH SB220158 vom 2023-05-04 — Verschulden «keineswegs leicht» — Einsatzstrafe 36 Monate — Dispositiv: 3½ Jahre FS + 75 TS — (über CHF 1.2 Mio)
- AppG BS SB.2021.117 vom 2023-01-24 — Verschulden «nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 12 Monate — Dispositiv: 12 Mt FS bedingt — (CHF 443'276 (Kreditbetrug/Bonitätstäuschung))
- OG ZH SB220251 vom 2023-01-20 — Verschulden «noch gering (Deliktsbetrag)» — Einsatzstrafe 2 Monate — Dispositiv: 10 Mt FS — (Fr. 2'452)
- BG Dietikon / OG ZH SB230249 vom 2022-10-12 — Verschulden «nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 16 Monate — Dispositiv: 22 Mt FS teilbedingt (10 Mt vollziehbar) — (CHF 500'000 (Darlehensbetrug))
- AppG BS SB.2021.108 vom 2022-08-24 — Verschulden «noch leicht» — Einsatzstrafe 40 TS — Dispositiv: 50 TS (nach Asperation) — (Fr. 11'895.35)
- OG ZH SB210009 vom 2022-03-29 — Einsatzstrafe 4 Monate (Einzelstrafe) — Dispositiv: 5 Mt FS
- OG ZH SB210341 vom 2022-03-29 — Verschulden «keinesfalls leicht» — Einsatzstrafe 36 Monate — Dispositiv: 32 Mt FS teilbedingt (-4 Mt Art. 5 StPO) — (CHF 1'300'000 (Aktienemissionen))
- KG BL 460 2021 112 vom 2022-01-04 — Verschulden «leicht bis nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 270 Tage — (Beuteanteil CHF 28'000)
- OG BE SK 20 109 vom 2021-08-10 — Verschulden «erheblich» — Einsatzstrafe 15 Monate — Dispositiv: 15 Mt FS unbedingt (Vorstrafen) — (CHF 58'996 (über 70 Online-Bestellungen unter Alias))
- TP GE P/15263/2020 vom 2021-05-07 — Verschulden «erheblich» — Einsatzstrafe 24 Monate — Dispositiv: 36 Mt FS teilbedingt (18 Mt vollziehbar) — (CHF 440'000 (COVID-19-Kredite und Leasing))
- CJ GE AARP/149/2021 vom 2021-02-05 — Verschulden «très lourd» — Einsatzstrafe 42 Monate — Dispositiv: 42 Mt FS unbedingt + 5 J. LV — (CHF 6'500'000 (Investitionsfonds/Anlagebetrug))
- OG ZH SB200048 vom 2020-10-21 — Verschulden «mittelschwer» — Einsatzstrafe 30 Monate — Dispositiv: 48 Mt FS unbedingt (Asperation) — (CHF 815'000 (Investmentgesellschaft))
- OG ZH SB200039 vom 2020-10-20 — Verschulden «erheblich (objektiv)» — Einsatzstrafe 38 Monate — Dispositiv: 36 Mt FS + 120 TS
- TPC TI 72.2020.88 vom 2020-07-15 — Verschulden «di una certa gravità» — Einsatzstrafe 32 Monate — Dispositiv: 32 Mt FS teilbedingt (16 Mt vollziehbar; Beschleunigungsgebot) — (CHF 325'362 (Truffa per mestiere con crediti e falsi))
- BG ZH / OG ZH SB200291 vom 2020-05-06 — Verschulden «erheblich» — Einsatzstrafe 30 Monate — Dispositiv: 30 Mt FS unbedingt — (CHF 116'000 (Falscher CEO Vermögensverwaltung))
- OG ZH SB190520 vom 2020-03-05 — Einsatzstrafe 30 Monate (nach Asperation 33) — Dispositiv: 30 Mt FS, 8 Mt vollziehbar
- OG ZH GG190213-L vom 2020-02-12 — Einsatzstrafe 240 TS bzw. 8 Monate — Dispositiv: 210 TS + Busse Fr. 1'500
- OG BE SK 2019 77 vom 2019-12-19 — Einsatzstrafe 180 Tage FS (Tatkomponenten), 210 Tage nach Täterkomponente — (tiefer Deliktsbetrag, Vielzahl von Handlungen)
- BG Uster / OG ZH SB200075 vom 2019-11-14 — Verschulden «eher leicht» — Einsatzstrafe 24 Monate — Dispositiv: 36 Mt FS teilbedingt (12 Mt vollziehbar) — (CHF 163'284 (Kreditvermittlung über GmbH))
- KG BL 460 19 151 vom 2019-11-08 — Verschulden «Ausmass des Erfolgs äusserst gross» — Einsatzstrafe 48 Monate — Dispositiv: Asperation auf 60 Mt — (rund Fr. 12'800'000, rund 200 Geschädigte)
- BGer 6B_301/2019 vom 2019-09-17 — Verschulden «gerade noch leicht» — Einsatzstrafe 6 Monate — (Fr. 2'628)
- BG ZH / OG ZH SB190567 vom 2019-08-28 — Verschulden «nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 30 Monate — Dispositiv: 45 Mt FS unbedingt (Asperation) — (CHF 474'000 (Vortäuschen von Immobilienprojekten))
- OG ZH SB180362 vom 2019-06-25 — Einsatzstrafe 30 Monate (Sozialhilfebetrug) — Dispositiv: 30 Mt FS + 90 TS — (rund Fr. 159'000)
- BG ZH / OG ZH SB190367 vom 2019-06-24 — Verschulden «keineswegs leicht» — Einsatzstrafe 34 Monate — Dispositiv: 34 Mt FS teilbedingt (12 Mt vollziehbar) — (CHF 723'432 (Anlagebetrug Trading))
- WStG / OG BE SK 19 88 vom 2018-12-21 — Verschulden «mittelschwer» — Einsatzstrafe 120 TS — Dispositiv: 150 TS bedingt (Asperation +30 TS) — (CHF 54'000 (Kreditbetrug mit gefälschtem Lohnausweis))
- OG ZH SB170498 vom 2018-11-01 — Einsatzstrafe 30 Monate (erste Phase) — Dispositiv: 29 Mt FS
- BG Winterthur / OG ZH SB180525 vom 2018-07-12 — Verschulden «mittelschwer bis schwer» — Einsatzstrafe 24 Monate — Dispositiv: 30 Mt FS unbedingt — (CHF 135'600 (Betrug an 74-jähriger Rentnerin))
- OG BE BK 2017 368 vom 2017-11-22 — Einsatzstrafe 20 Monate
- OG ZH SB160506 vom 2017-10-17 — Einsatzstrafe 13 Monate — Dispositiv: 16 Mt FS — (Fr. 37'000)
- BGer 6B_1245/2016 vom 2017-10-13 — Verschulden «leicht bis mittelschwer» — Einsatzstrafe 30 Monate (im ersten Berufungsurteil 40) — (knapp Fr. 155'000)
- BGer 6B_958/2016 vom 2017-07-19 — Einsatzstrafe 2½ Jahre (30 Monate) — (Schaden rund Fr. 5 Mio)
- AppG BS SB.2015.77 vom 2017-06-02 — Einsatzstrafe 90 TS Geldstrafe — Dispositiv: 180 TS Geldstrafe (Zusatzstrafe)
- AppG BS SB.2016.43 vom 2017-03-24 — Einsatzstrafe 7 Monate (Betrug + Urkundenfälschung, asperiert)
- OG ZH SB150293 vom 2016-02-23 — Verschulden «nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 18 Monate — Dispositiv: 27 Mt FS + 60 TS — (Fr. 122'212)
- OG ZH SB140546 vom 2015-08-27 — Einsatzstrafe rund 30 Monate — Dispositiv: 36 Mt FS — (Fr. 50'010)
- OG ZH SB150050 vom 2015-05-12 — Verschulden «nicht mehr leicht» — Einsatzstrafe 33 Monate — Dispositiv: 30 Mt FS + 20 TS — (Fr. 33'400)
- OG ZH SB140275 vom 2014-10-20 — Verschulden «erheblich» — Einsatzstrafe 45-48 Monate — Dispositiv: 30 Mt FS (Vorinstanz 50 Mt, -20 Mt für Nachtatverhalten und Beschleunigungsgebot)
- BGer 6B_1179/2013 (Mitbeschuldigter Y.) vom 2014-08-28 — Einsatzstrafe 72 Monate
- BGer 6B_1179/2013 (Beschwerdeführer) vom 2014-08-28 — Einsatzstrafe 30 Monate — Dispositiv: Asperation +16 Mt
- OG ZH SB120286 vom 2013-02-15 — Verschulden «noch leicht» — Einsatzstrafe 9 Monate — Dispositiv: 20 Mt FS + Busse Fr. 1'000 — (Fr. 50'400)
- BGE 144 IV 217 E. 4.3 — Einzelfreiheitsstrafen unter sechs Monaten zulässig bei Gesamtstrafe über sechs Monaten
- BGE 142 IV 14 E. 5.4 und BGE 141 IV 61 E. 6.1.3 — Doppelverwertungsverbot bei deliktsimmanenten Merkmalen
- BGE 136 IV 55 E. 5.7 — Plausibilitätskontrolle: Verschuldensbezeichnung und Strafmass müssen stimmig zusammenpassen
- BGE 121 IV 202 E. 2d/cc — Strafmindernder Geständnisrabatt bei echter Einsicht und Reue (ein Fünftel bis ein Drittel)