Strafzumessung: Betrug (Art. 146 StGB)
Art. 146 Abs. 1 StGB — Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe · Art. 146 Abs. 2 StGB (gewerbsmässig) — Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
Grundlage und Grenzen dieser Auswertung
Ausgangspunkt ist eine Volltextrecherche über den Bestand publizierter Schweizer Entscheide auf entscheidsuche.ch. 1892 Entscheide zitieren «Art. 146 StGB» wörtlich — Betrug ist damit der am breitesten dokumentierte Tatbestand des Vermögensstrafrechts und ein vollständiges Durcharbeiten des Bestandes ausgeschlossen. Der Trichter wurde deshalb über die Schuldspruch- und die Strafzumessungsformel gezogen: 395 Entscheide enthalten die Formel «des Betrugs im Sinne von Art. 146», 152 jene «des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146»; 130 bzw. 78 davon nennen zusätzlich das Wort «Einsatzstrafe».
Massgebend ist das engste Kriterium: 53 Entscheide sprechen ausdrücklich von einer «Einsatzstrafe» bzw. «Einzelstrafe für den (gewerbsmässigen) Betrug» und ordnen einen Strafwert damit eindeutig Art. 146 StGB zu — nicht einer Gesamtstrafe. Diese 53 Entscheide wurden vollständig im Volltext ausgewertet. Nach Bereinigung verbleiben 50 Verfahren mit 45 belegten Einsatz- und Einzelstrafen sowie 15 bezifferten Asperationszuschlägen. Bereinigt wurden: zwei Fassungen desselben Zürcher Berufungsurteils (SB190283 vom 14.04. und 03.09.2020), zwei Bundesgerichtsurteile im selben Verfahren gegen Mitbeschuldigte (6B_1201/2019 und 6B_1209/2019) sowie das Begleitpaar BGer 6B_239/2024 / AppG BS SB.2022.131. Sämtliche Zahlenangaben wurden gegen den Urteilstext rückgeprüft; alle Entscheide sind verlinkt.
Gegenprobe am Dispositiv: Jeder Strafwert wurde gegen das Dispositiv desselben Urteils gespiegelt — also gegen die Sanktion, die dort gegen dieselbe Person tatsächlich ausgesprochen wurde. Das ist nötig, weil die verschuldensangemessene Einzelstrafe und die verhängte Strafe systematisch auseinanderfallen: durch Asperation, Zusatzstrafenbildung und vor allem durch das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO). Bei Art. 146 StGB ist der Abstand besonders augenfällig — in KG BL 460 24 266 stehen einer als angemessen bezeichneten Zusatzstrafe von 4 Jahren 2 Monaten deren 3 Jahre 9 Monate im Dispositiv gegenüber; in OG ZH SB140275 einer Einsatzstrafe von 45–48 Monaten eine ausgesprochene Strafe von 30 Monaten. Beide Werte stehen deshalb in den Tabellen nebeneinander.
Grenzen: Der Korpus ist ausschliesslich deutschsprachig (53 von 53); die französisch- und italienischsprachige Praxis («escroquerie», «truffa») ist nicht erfasst, weil die Suchformel an der deutschen Schuldspruchformel ansetzt. Er ist zudem stark zürcherisch geprägt: 25 der 53 Entscheide stammen vom Obergericht Zürich, 16 vom Bundesgericht und vom Bundesstrafgericht, die übrigen zwölf aus BL (4), BS (4), BE (2), AG (1) und SZ (1). Kantone, deren Gerichte die Strafzumessung anders formulieren oder nicht publizieren, fehlen vollständig. Publiziert werden fast nur Berufungsurteile; sie stehen häufig unter dem Verschlechterungsverbot. Die Befunde beschreiben eine Tendenz in den ausgewerteten Entscheiden, nicht eine repräsentative Gesamtstatistik.
A. Einordnung: der Tatbestand, der fast immer die Einsatzstrafe trägt
N 1 Art. 146 Abs. 1 StGB erfasst, wer in Bereicherungsabsicht jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einer selbst- oder drittschädigenden Vermögensdisposition bestimmt. Abs. 2 qualifiziert die gewerbsmässige Begehung, Abs. 3 macht den Betrug zum Nachteil von Angehörigen zum Antragsdelikt.
N 2 Für die Strafzumessung entscheidend ist eine Beobachtung, die den ganzen Aufbau dieses Kommentars prägt: Art. 146 StGB ist im Deliktsbündel fast immer das schwerste Delikt und trägt deshalb regelmässig die Einsatzstrafe. Das unterscheidet ihn scharf von den Konkurs- und Buchführungsdelikten. Die typischen Begleitdelikte — Urkundenfälschung (Art. 251 StGB), Geldwäscherei, unrechtmässiger Leistungsbezug (Art. 148a StGB) — erscheinen als asperierte Nebendelikte. In der ausgewerteten Praxis ist der Betrug nur ein einziges Mal das leichtere Delikt: In OG ZH SB220251 wird eine Einsatzstrafe von zwei Monaten für den Betrug um 14 Monate für die Vernachlässigung von Unterhaltspflichten erhöht.
N 3 Praktisch folgt daraus, dass die Verteidigung bei Art. 146 StGB regelmässig um die Einsatzstrafe selbst kämpft und nicht um einen Zuschlag — anders als bei den Begleitdelikten, wo sich der Streit auf das Asperationsmass verlagert (Abschnitt D).
B. Die strafzumessungsrelevanten Merkmale
I. Der Deliktsbetrag — dominierend, aber ausdrücklich nicht vorrangig
N 4 Keine andere Grösse wird so durchgehend beziffert wie der Deliktsbetrag. Er markiert die Enden der belegten Praxis: Fr. 450.– führen zu 30 Tagen Freiheitsstrafe (OG ZH SB250449), rund Fr. 12,8 Mio. bei rund 200 Geschädigten zu 48 Monaten (KG BL 460 19 151).
N 5 Gerade deshalb ist der ausdrückliche Vorbehalt des Bundesgerichts der praktisch wichtigste Einwand gegen ein blosses Rechnen mit Beträgen:
Der Deliktsbetrag ist ein wichtiger Gesichtspunkt neben anderen, dem bei der Strafzumessung keine vorrangige Bedeutung zukommt. […] Gemäss ständiger Rechtsprechung muss der Deliktsbetrag bei der Strafzumessung nicht exakt beziffert werden.
Zur Gewichtung genügt, dass das Gericht von einer Grössenordnung ausgeht. Wer die Verteidigung auf eine Reduktion der Deliktssumme ausrichtet, gewinnt daher regelmässig weniger, als der rechnerische Unterschied vermuten lässt.
N 6 Umgekehrt lässt sich ein hoher Betrag nicht wegargumentieren: «Ein Deliktsbetrag von Fr. 302'103.35 bei Sozialhilfebetrug lässt sich nicht relativieren» (BGer 6B_849/2016 vom 09.12.2016) — und zwar in demselben Entscheid, in dem das Bundesgericht dem Beschwerdeführer zugesteht, dass der Deliktsbetrag «an sich keinen vorrangigen Strafzumessungsfaktor» bildet. Die beiden Sätze stehen nicht im Widerspruch: Der Betrag begründet die Strafe nicht allein, aber er begrenzt, wie weit die übrigen Merkmale sie nach unten ziehen können.
II. Art und Weise der Tatbegehung — der eigentliche Hebel
N 7 Wo die Gerichte den Sprung über eine Verschuldensstufe begründen, tun sie es fast immer mit dem Wie, nicht mit dem Wieviel. Am deutlichsten in KG BL 460 24 266: Der Beschuldigte gewann als «Lebensberater» das Vertrauen von Menschen, die wegen gesundheitlicher, finanzieller oder sozialer Schwierigkeiten zu ihm kamen, und nutzte das «strukturelle Machtgefälle» dieser Rollenverteilung aus.
Die gezielte Auswahl der Opfer und das Ausnutzen seiner Stellung als Vertrauensperson sind als besonders verwerflich zu qualifizieren. […] Er handelte skrupellos und mit einer ausgeprägten kriminellen Energie.
N 8 Dasselbe Muster in OG ZH SB230144: Aufbau einer Scheinidentität in täglichen Telefongesprächen gegenüber einem 70-jährigen Rentner, über nur einen Monat, aber mit einem Deliktsbetrag von über Fr. 100'000.– — Verschulden «nicht mehr leicht», Einsatzstrafe 16 Monate. Und in OG ZH SB240394: «recht erhebliche kriminelle Energie», Verschulden «mittelschwer», Einsatzstrafe 30 Monate.
III. Deliktszeitraum und Zahl der Einzelhandlungen
N 9 Dauer und Kadenz wirken eigenständig. Belegt sind 4½ Jahre bei 23 Transaktionen und CHF 168'000.– (OG ZH SB220158, Einsatzstrafe 36 Monate), rund sieben Jahre mit vierjährigem Unterbruch (KG BL 460 24 266, 60 Monate) und rund 15 Jahre (BGer 6B_689/2025 vom 30.04.2026, objektiv 60 Monate). Die mehrfache Begehung wird als eigener Straferhöhungsgrund beziffert: neun Delikte rechtfertigen in OG ZH GG190213-L einen Zuschlag von 60 Tagessätzen auf eine Einsatzstrafe von 240 Tagessätzen.
IV. Vorsatz und Bereicherungsmotiv — deliktsimmanent
N 10 Hier liegt der praktisch wichtigste Einwand gegen eine Straferhöhung, und er ist so breit belegt wie kein anderer Befund dieser Auswertung. Vier Kammern formulieren ihn nahezu wörtlich gleich:
| Entscheid | Formulierung |
|---|---|
| KG BL 460 24 266 | «direkter Vorsatz und egoistische Beweggründe, was jedoch deliktsimmanent und daher neutral zu werten ist» |
| KG BL 460 25 189 | «direktvorsätzlich und ihr Beweggrund war rein pekuniärer Natur, was tatbestandsimmanent und somit neutral zu gewichten ist» |
| KG BL 460 2021 112 | «mit direktem Vorsatz gehandelt, was tatbestandsimmanent ist und sich neutral auswirkt» |
| OG ZH SB170498 | «Sowohl die ungerechtfertigte Bereicherungsabsicht als auch die Gewerbsmässigkeit sind bereits tatbestandsimmanent» |
N 11 Die Grenze zieht OG ZH SB240394: Dass die Beschuldigte «aus finanziellen Gründen betrog, ist der (unrechtmässigen) Bereicherungsabsicht immanent» — straferhöhend wirkt erst die konkrete Verwendung des Erlöses, dort der Kauf einer Immobilie zur Ermöglichung eines besseren Lebensstils. Verwertbar ist also nicht das Gewinnstreben, sondern was über es hinausgeht.
V. Opfermitverantwortung — bei der Strafzumessung, nicht nur beim Tatbestand
N 12 Die Opfermitverantwortung wird in den ausgewerteten Entscheiden fast durchwegs verneint — und zwar auf der Tatbestandsebene, mit der stehenden Wendung, die Erfüllung des Tatbestands erfordere nicht, «dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft». Damit endet die Prüfung aber nicht:
Weiter sind zwar Konstellationen denkbar, in denen die Opfermitverantwortung die Arglist nicht ausschliesst, der Betrügerin unter diesem Aspekt aber ein weniger gravierender Vorwurf gemacht werden kann, was bei der Strafzumessung zu berücksichtigen ist.
N 13 Ein Anwendungsfall findet sich in AppG BS SB.2022.131: Das Appellationsgericht bestätigt die Verneinung der Opfermitverantwortung, stellt aber gleichwohl fest, dass die betroffenen Kreditinstitute «bewusst in einem Umfeld derartiger Fehlanreize agieren und solche Anreize teilweise womöglich gar fördern» — und berücksichtigt das bei der Verschuldensbewertung. Der Einwand ist damit im Strafpunkt auch dann nicht verbraucht, wenn er im Schuldpunkt gescheitert ist.
C. Strafart und Vollzug: die Schwelle liegt zwischen 12 und 18 Monaten
N 14 Die Wahl zwischen Geld- und Freiheitsstrafe folgt bei Art. 146 StGB keiner Verschuldensbezeichnung, sondern der Strafhöhe. Drei Gerichte formulieren dieselbe Schwelle mit je eigenem Wert:
- 16 Monate: «Bei dieser Höhe kommt eine Geldstrafe nicht mehr in Frage» (OG ZH SB230144);
- 18 Monate: «bei dieser Strafhöhe komme einzig eine Freiheitsstrafe in Betracht» (BGer 7B_783/2023);
- 22 bzw. 27 Monate: «kommt angesichts […] der damit verbundenen Strafhöhe […] einzig eine Freiheitsstrafe in Betracht» (KG BL 460 25 189).
N 15 Darunter entscheidet die Zweckmässigkeit, und dort schlägt die Vorstrafenlage durch: In OG ZH SB160506 kommt «einzig eine Freiheitsstrafe in Frage», weil frühere Geldstrafen den Beschuldigten «ganz offenkundig nicht von weiterer Delinquenz abzuhalten vermochten»; ebenso in OG AG SST.2024.144 («eine Geldstrafe wäre […] nicht mehr zweckmässig») — dort für eine Einsatzstrafe von einem Monat. Eine kurze Freiheitsstrafe ist bei Art. 146 StGB also keineswegs ausgeschlossen; nach BGE 144 IV 217 E. 4.3 darf auf Einzelfreiheitsstrafen unter sechs Monaten erkannt werden, wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs Monate übersteigt.
Achtung: geändertes Recht — Der Strafrahmen des gewerbsmässigen Betrugs wurde per
- Juli 2023 geändert (BG vom 17.12.2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen, AS 2023 259). Bis dahin lautete aArt. 146 Abs. 2 StGB «Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen»; seither «Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren». Eine Geldstrafe ist damit für Taten ab dem 1. Juli 2023 ausgeschlossen und eine Mindeststrafe eingeführt.
Fast alle Werte dieser Auswertung sind unter altem Recht ergangen — die Geldstrafe von 90 Tagessätzen aus AppG BS SB.2015.77 wäre heute nicht mehr aussprechbar. Die Gerichte wenden dafür konsequent Art. 2 Abs. 2 StGB an; KG BL 460 24 266 hält ausdrücklich fest, es sei «im Einklang mit der Vorinstanz der frühere, mildere Strafrahmen anzuwenden». Wer die Werte dieser Tabellen auf eine Tat nach dem 1. Juli 2023 überträgt, muss die Untergrenze von sechs Monaten mitdenken.
D. Asperation: der enge Konnex zur Urkundenfälschung
N 16 Der praktisch häufigste Konkurrenzfall ist die Urkundenfälschung als Mittel zum Zweck des Betrugs. Die Gerichte dämpfen den Zuschlag dafür durchgehend und deutlich. Belegt sind Zuschläge von 3 Monaten auf eine Einsatzstrafe von 30 Monaten (OG ZH SB190520), von 20 Tagen auf 30 Tage (OG ZH SB250449) und von 10 Tagessätzen auf 40 (AppG BS SB.2021.108).
N 17 Wo beide Werte im Urteil stehen, lässt sich der Abschlag beziffern: In AppG BS SB.2022.131 wird eine isolierte Einzelstrafe von 12 Monaten für die mehrfache Urkundenfälschung mit 6 Monaten asperiert, eine solche von 10 Monaten für den mehrfachen Betrug mit 5 Monaten — je die Hälfte. In BGer 6B_1245/2016 vom 13.10.2017 steht einer verschuldensangemessenen Einzelstrafe von 15 Monaten für die Urkundenfälschung ein Zuschlag von 6 Monaten gegenüber (im ersten Berufungsurteil 8). In OG ZH SB230433 wird eine Einzelstrafe von 8 Monaten mit 4 Monaten asperiert.
N 18 Nach unten gibt es keine Grenze. In OG ZH SB220053 wird die Einsatzstrafe «nur um einen Monat» erhöht, «während isoliert sicher eine deutlich höhere Strafe auszufällen wäre»; in KG BL 460 19 151 werden sämtliche weiteren Delikte neben einem 48-Monate-Betrug mit zusammen 12 Monaten abgegolten. Und in OG ZH SB250036 begründet der «sehr enge Konnex» mit den COVID-19-Kreditbetrügen ausdrücklich eine «grosszügige Asperation».
E. Täterkomponente
N 19 Das Geständnis ist der einzige Faktor, für den die Praxis eine bezifferte Bandbreite kennt: «Bei Vorliegen eines umfassenden Geständnisses sowie bei Einsicht und Reue ist eine Reduktion der verschuldensangemessenen Strafe um einen Fünftel bis einen Drittel zu gewähren» (OG ZH SB140275, unter Hinweis auf BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Das obere Ende ist belegt: In dem von BGer 6B_689/2025 geprüften Urteil reduziert die Vorinstanz die Einsatzstrafe wegen vollumfänglichen Geständnisses, Kooperation und Reue «um einen Drittel» von 45 auf 30 Monate.
N 20 Der Bonus ist aber leicht zu verlieren. Er entfällt bei erdrückender Beweislage (BGer 6B_301/2019 vom 17.09.2019; abgeschwächt OG ZH SB230144: «lediglich leicht strafmindernd»), bei bloss teilweiser Geständigkeit (OG ZH SB240394) und vollständig beim Widerruf im Berufungsverfahren (KG BL 460 2021 112).
N 21 Die Verletzung des Beschleunigungsgebots wirkt in den ausgewerteten Entscheiden stärker als jeder Tatumstand. Belegt sind −12 Monate bei elf Jahren Verfahrensdauer (BGer 6B_309/2024), −25 Monate zuzüglich −35 Monate nach Art. 48 lit. e StGB (BGer 6B_1148/2023: von 60 auf 36 Monate) und −20 Monate bzw. 40 % zusammen mit dem Nachtatverhalten (OG ZH SB140275).
F. Belegte Strafmasse
Einsatzstrafen und Asperationszuschläge sind getrennt auszuweisen: Die Einzelstrafe misst das Delikt für sich, der Zuschlag ist bereits um den Konnex zum Hauptdelikt gekürzt (N 16 f.). Ein Vergleich über beide Gruppen hinweg ist unzulässig. Die Spalte Einzel-/Einsatzstrafe gibt wieder, was das Gericht für den Schuldspruch nach Art. 146 StGB als verschuldensangemessen bezeichnet; die Spalte Ausgesprochen nennt die Sanktion, die im Dispositiv desselben Urteils gegen dieselbe Person tatsächlich verhängt wurde — regelmässig eine Gesamt- oder Zusatzstrafe für mehrere Delikte. FS = Freiheitsstrafe, TS = Tagessätze Geldstrafe; «Strafeinheiten» ist die in AG, BE und beim Bundesstrafgericht gebräuchliche Bezeichnung für die vor der Wahl der Strafart bemessene Grösse (30 Strafeinheiten = 1 Monat).
Tabelle 1: Art. 146 Abs. 1 StGB (Grundtatbestand) — gespiegelt am Dispositiv
| Entscheid | Datum | Benannter Grad | Einzel-/Einsatzstrafe | Ausgesprochen (Dispositiv) | Bezugsgrösse |
|---|---|---|---|---|---|
| OG ZH SB250449 | 26.03.2026 | «sehr leicht» | 30 Tage FS (Vorinstanz 60 TS: zu hoch) | 40 Tage FS + Busse Fr. 1'700 | Fr. 450 |
| OG AG SST.2024.144 | 25.06.2025 | «sehr leicht bis leicht» | 1 Monat (30 Strafeinheiten) | 2 Mt FS unbedingt | CHF 3'921.45 |
| OG ZH GG240008 | 07.05.2025 | «sehr leicht» | 60 Tage FS | 90 Tage FS + Busse Fr. 2'100 | — |
| OG ZH SB230507 | 30.08.2024 | «leicht» | 75 TS (Vorinstanz 90 TS: zu streng) | 120 TS Geldstrafe | Fr. 29'168.50 |
| KG SZ STK 2022 42 | 26.03.2024 | — | Geldstrafe (Betrug als Einsatzstrafdelikt) | 68 TS + Busse Fr. 2'720 | rund Fr. 25'000 (COVID-19-Kredit) |
| OG ZH SB250036 | 13.03.2026 | «noch leicht» | 90 TS | 90 TS Geldstrafe | COVID-19-Kredit; Parallelfall rund Fr. 750 |
| OG ZH SB220251 | 20.01.2023 | Deliktsbetrag «noch gering» | 2 Monate | 10 Mt FS | Fr. 2'452 |
| AppG BS SB.2021.108 | 24.08.2022 | «noch leicht» | 40 TS | 50 TS nach Asperation | Fr. 11'895.35 |
| OG ZH SB210009 | 29.03.2022 | — | 4 Monate (Einzelstrafe) | 5 Mt FS | — |
| BStGer CA.2023.33 | 02.06.2024 | «zwischen noch leicht und nicht mehr leicht» | 180 Strafeinheiten, als Geldstrafe 150 TS | 34 Mt FS + 180 TS + Busse Fr. 700 | Fr. 15'775.10 |
| OG ZH GG190213-L | 12.02.2020 | — | 240 TS bzw. 8 Monate | 210 TS + Busse Fr. 1'500 | 9 Delikte |
| AppG BS SB.2016.43 | 24.03.2017 | — | 7 Monate (Betrug und Urkundenfälschung zusammen) | — | Leasingbetrug |
| OG ZH SB120286 | 15.02.2013 | «noch leicht» | 9 Monate | 20 Mt FS + Busse Fr. 1'000 | Fr. 50'400 |
| OG ZH SB160506 | 17.10.2017 | — | 13 Monate | 16 Mt FS | Fr. 37'000 |
| OG ZH SB230144 | 15.11.2023 | «nicht mehr leicht» | 16 Monate | 18 Mt FS + 80 TS | über Fr. 100'000, ein Monat |
| OG ZH SB150293 | 23.02.2016 | «nicht mehr leicht» | 18 Monate | 27 Mt FS + 60 TS | Fr. 122'212 |
| OG ZH SB240394 | 11.09.2025 | «mittelschwer» | 30 Monate | 24 Mt FS + 110 TS | hohe Deliktssumme |
| BGer 6B_309/2024 | 10.03.2025 | — | 50 Monate | Beschwerde abgewiesen | Fr. 3'375'000 |
N 22 Die Spanne reicht von 30 Tagen bis 50 Monaten und schöpft den Fünfjahresrahmen damit nahezu aus — anders als bei den Konkursdelikten bleibt bei Art. 146 Abs. 1 StGB kein Teil des Rahmens strukturell leer. Auffällig ist die Häufung am unteren Ende: Acht der 18 Werte liegen bei oder unter 90 Tagessätzen bzw. drei Monaten. Der Spitzenwert von 50 Monaten steht allein und betrifft mit Fr. 3'375'000.– den mit Abstand höchsten Betrag der Tabelle.
Tabelle 2: Art. 146 Abs. 2 StGB (gewerbsmässig) — gespiegelt am Dispositiv
| Entscheid | Datum | Benannter Grad | Einzel-/Einsatzstrafe | Ausgesprochen (Dispositiv) | Bezugsgrösse |
|---|---|---|---|---|---|
| BGer 6B_301/2019 | 17.09.2019 | «gerade noch leicht» | 6 Monate | im Strafpunkt bestätigt | Fr. 2'628 in knapp drei Monaten |
| AppG BS SB.2015.77 | 02.06.2017 | — | 90 TS Geldstrafe | 180 TS (Zusatzstrafe) | — |
| OG BE SK 2019 77 | 19.12.2019 | — | 180 Tage FS (Tatkomponenten), 210 Tage mit Täterkomponente | — | tiefer Betrag, Vielzahl von Handlungen |
| BGer 7B_783/2023 | 15.10.2024 | — | 18 Monate (Einzelstrafe) | teilw. Gutheissung in anderen Punkten | Fr. 465'171 |
| OG BE BK 2017 368 | 22.11.2017 | — | 20 Monate | — | — |
| KG BL 460 25 189 (Besch. 2) | 07.11.2025 | «noch leicht» | 21 Monate | 22 Mt FS bedingt | Fr. 102'613.15 |
| KG BL 460 25 189 (Besch. 1) | 07.11.2025 | «noch leicht bis nicht mehr leicht» | 23 Monate | 27 Mt FS teilbedingt + 15 TS | Fr. 122'861.55 |
| OG ZH SB230433 | 17.06.2024 | «nicht mehr leicht» | 24 Monate | 4½ Jahre FS + 130 TS | CHF 351'050 |
| KG BL 460 2021 112 | 04.01.2022 | «leicht bis nicht mehr leicht» | 270 Tage | — | Beuteanteil CHF 28'000 |
| OG ZH SB140546 | 27.08.2015 | subj. leicht mindernd | rund 30 Monate | 36 Mt FS | Fr. 50'010 |
| OG ZH SB170498 | 01.11.2018 | — | 30 Monate (erste Phase) | 29 Mt FS | — |
| OG ZH SB180362 | 25.06.2019 | — | 30 Monate (Sozialhilfebetrug) | 30 Mt FS + 90 TS | rund Fr. 159'000 |
| OG ZH SB190520 | 05.03.2020 | — | 30 Monate | 30 Mt FS, davon 8 Mt vollziehbar | — |
| BGer 6B_1245/2016 | 13.10.2017 | «leicht bis mittelschwer» | 30 Monate (im ersten Berufungsurteil 40) | — | knapp Fr. 155'000 |
| BGer 6B_958/2016 | 19.07.2017 | — | 2½ Jahre (30 Monate) | — | Schaden rund Fr. 5 Mio |
| BGer 6B_1179/2013 (Beschwerdeführer) | 28.08.2014 | geringeres Tatverschulden | 30 Monate | Asperation +16 Mt | — |
| AppG BS SB.2022.131 | 18.01.2024 | «an der Grenze zwischen leicht und mittelschwer» | 33 Monate (Vorinstanz 30) | 3 Jahre 5 Mt FS + 10 TS | knapp CHF 900'000 allein 2010–2014 |
| OG ZH SB150050 | 12.05.2015 | «nicht mehr leicht» | 33 Monate | 30 Mt FS + 20 TS | Fr. 33'400 |
| OG ZH SB220158 | 04.05.2023 | «keineswegs leicht» | 36 Monate | 3½ Jahre FS + 75 TS | über CHF 1.2 Mio, 4½ Jahre |
| OG ZH SB200039 | 20.10.2020 | objektiv «erheblich» | 38 Monate | 36 Mt FS + 120 TS | — |
| OG ZH SB140275 | 20.10.2014 | «erheblich» | 45–48 Monate | 30 Mt FS (−20 Mt) | — |
| KG BL 460 19 151 | 08.11.2019 | Erfolg «äusserst gross» | 48 Monate | Asperation auf 60 Mt | Fr. 12'800'000, rund 200 Geschädigte |
| KG BL 460 24 266 | 22.10.2025 | «mittel» | 60 Monate | 3 Jahre 9 Mt FS (Verschl.-verbot; angemessen 4 J. 2 Mt) | rund Fr. 1'400'000, 7 Jahre |
| BGer 6B_1148/2023 | 20.02.2025 | — | 60 Monate | 36 Mt FS (−25 Mt Beschleunigung, −35 Mt Art. 48 lit. e) | — |
| BGer 6B_949/2024 | 04.03.2026 | «mittelschwer» | 5 Jahre (60 Monate) | im Strafpunkt bestätigt | — |
| BGer 6B_689/2025 | 30.04.2026 | objektiv «erheblich» | 60 Monate objektiv → 45 Mt subjektiv → 30 Mt nach Geständnis | Beschwerde abgewiesen | Fr. 919'866.95, 15 Jahre |
| BGer 6B_1179/2013 (Mitbeschuldigter) | 28.08.2014 | höheres Tatverschulden, mehr Einzeltaten | 72 Monate | — | — |
N 23 Die belegte Praxis zum gewerbsmässigen Betrug reicht von 90 Tagessätzen bis 72 Monaten, mit einer sehr deutlichen Häufung zwischen 30 und 36 Monaten — allein zehn der 27 Werte liegen in diesem Band. Bemerkenswert ist, was die Tabelle nicht zeigt: Obwohl Abs. 2 einen Rahmen bis zehn Jahren eröffnet, endet die ausgewertete Praxis bei 72 Monaten, und dieser Wert steht allein. Die oberen zwei Fünftel des Strafrahmens bleiben in den untersuchten Entscheiden leer.
Kontrolltabelle — Die folgende Gegenüberstellung dient der Überprüfung im Sinne von BGE 136 IV 55 E. 5.7: Sie zeigt, welches Strafmass die ausgewertete Praxis einer bestimmten Verschuldensbezeichnung beimisst, und macht Abweichungen davon begründungsbedürftig.
| Benannter Grad | Abs. 1 | Abs. 2 | Beobachtung |
|---|---|---|---|
| «sehr leicht» | 30–60 Tage FS | — | durchwegs Geld- oder kurze Freiheitsstrafe |
| «leicht» / «noch leicht» | 75–90 TS | 6 Monate – 270 Tage | Schwelle zur Freiheitsstrafe noch nicht überschritten |
| «nicht mehr leicht» | 16–18 Monate | 24–33 Monate | grösster Einzelsprung; hier fällt der Strafartwechsel |
| «mittelschwer» / «mittel» | 30 Monate | 33–60 Monate | breiteste Streuung |
| «erheblich» | — | 38–60 Monate | oberes Ende der belegten Praxis |
N 24 Die Streuung innerhalb einer Stufe ist erheblich — bei «nicht mehr leicht» reicht sie bei Abs. 2 von 24 bis 33 Monaten, bei «mittelschwer» von 33 bis 60 Monaten. Die Tabelle ist deshalb kein Bemessungsraster, sondern ein Plausibilitätstest: Wer eine Strafe deutlich ausserhalb der für den benannten Grad belegten Spanne beantragt oder ausfällt, trägt eine erhöhte Begründungslast.
Tabelle 3: Bezifferte Asperationszuschläge
| Entscheid | Datum | Basis (Einsatzstrafe Betrug) | Zuschlag | Isolierte Einzelstrafe | Nebendelikt |
|---|---|---|---|---|---|
| OG ZH SB210009 | 29.03.2022 | — | 10 Tage | 15 Tage | weiterer Betrug |
| AppG BS SB.2021.108 | 24.08.2022 | 40 TS | 10 TS | 40 TS | Falschbeurkundung |
| OG ZH SB250449 | 26.03.2026 | 30 Tage FS | 20 Tage | — | Urkundenfälschung |
| BStGer CA.2023.33 | 02.06.2024 | 150 TS | 30 TS | — | mehrfache Gewaltdarstellungen |
| OG ZH SB250036 | 13.03.2026 | 90 TS | 60 TS + 30 TS | — | zweiter Betrug; zwei Urkundenfälschungen |
| OG ZH SB220053 | 30.11.2022 | — | 1 Monat | «deutlich höher» | eng vernetztes Delikt |
| OG ZH GG190213-L | 12.02.2020 | 240 TS / 8 Monate | 60 TS / 2 Monate | — | mehrfache Begehung (9 Delikte) |
| OG ZH SB190520 | 05.03.2020 | 30 Monate | 3 Monate | — | mehrfache Urkundenfälschung |
| OG ZH SB230433 | 17.06.2024 | 24 Monate | 4 Monate | 8 Monate | Betrug (Dossier 10 B) |
| AppG BS SB.2022.131 | 18.01.2024 | 33 Monate | 5 Monate | 10 Monate | mehrfacher Betrug |
| AppG BS SB.2022.131 | 18.01.2024 | 33 Monate | 6 Monate | 12 Monate | mehrfache Urkundenfälschung |
| BGer 6B_1245/2016 | 13.10.2017 | 30 Monate | 6 Monate (früher 8) | 15 Monate | Urkundenfälschung |
| OG ZH SB180362 | 25.06.2019 | 30 Monate | 6 Monate | — | Urkundenfälschung, unrechtm. Bezug |
| KG BL 460 24 266 | 22.10.2025 | 62 Monate | 10 Monate | — | Delikte der Grundstrafe (gemässigte Asperation) |
| KG BL 460 19 151 | 08.11.2019 | 48 Monate | 12 Monate | — | sämtliche weiteren Delikte |
N 25 Die Zuschläge reichen von 10 Tagen bis 12 Monaten und folgen erkennbar der Schwere des Gesamtverfahrens: Die tiefsten stehen neben Geldstrafen, die höchsten neben Gesamtstrafen von vier Jahren und mehr. Ein Zuschlag lässt sich deshalb nicht isoliert auf seine Angemessenheit prüfen, sondern nur im Verhältnis zur Einsatzstrafe — was den Vergleich über Verfahren hinweg erschwert. Wo beide Werte ausgewiesen sind, liegt der Zuschlag bei rund der Hälfte der isolierten Einzelstrafe (N 17).
G. Prüfraster für die Praxis
Merkmale der Tatschwere in der Reihenfolge ihres belegten Gewichts.
| Merkmal | Richtung | Belegte Wirkung |
|---|---|---|
| Art und Weise: Ausnutzen einer Vertrauensstellung, gezielte Opferauswahl | erhöhend | «besonders verwerflich»; trägt den Sprung auf «mittel» (N 7) |
| Deliktsbetrag | erhöhend | Fr. 450 → 30 Tage; Fr. 12,8 Mio → 48 Monate (N 4) |
| Deliktszeitraum und Zahl der Einzelhandlungen | erhöhend | 9 Delikte → +60 TS; 15 Jahre → objektiv 60 Mt (N 9) |
| Zahl der Geschädigten | erhöhend | rund 200 Geschädigte → «äusserst gross» (N 4) |
| Konkrete Verwendung des Deliktserlöses | erhöhend | Immobilienkauf für besseren Lebensstil (N 11) |
| Verletzung des Beschleunigungsgebots | mindernd | −12 Mt bei 11 Jahren; −25 Mt (N 21) |
| Umfassendes Geständnis mit Einsicht und Reue | mindernd | ein Fünftel bis ein Drittel; belegt 45 → 30 Mt (N 19) |
| Enger Konnex zum Nebendelikt | mindernd | Zuschlag rund die Hälfte der Einzelstrafe (N 17) |
| Untergeordnete Rolle gegenüber Mitbeschuldigten | mindernd | 30 statt 72 Monate (Tabelle 2) |
| Direkter Vorsatz | — | deliktsimmanent, neutral (N 10) |
| Bereicherungsabsicht, pekuniäres Motiv | — | deliktsimmanent, neutral (N 10) |
| Gewerbsmässigkeit (bei Abs. 2) | — | tatbestandsimmanent, nicht zusätzlich erhöhend (N 10) |
| Geständnis bei erdrückender Beweislage | — | nicht bzw. nur «leicht» strafmindernd (N 20) |
| Im Berufungsverfahren widerrufenes Geständnis | — | fällt vollständig weg (N 20) |
| Verneinte Opfermitverantwortung | — | im Strafpunkt gleichwohl zu prüfen (N 12 f.) |
| Exakte Bezifferung des Deliktsbetrags | — | nicht erforderlich; Grössenordnung genügt (N 5) |
H. Ausgewertete Entscheide
- BGer 6B_689/2025 vom 30.04.2026 — objektiv «erheblich», 60 Mt; Geständnisrabatt von einem Drittel (45 → 30 Mt)
- OG ZH SB250449 vom 26.03.2026 — tiefster belegter Wert (30 Tage FS); Korrektur der Vorinstanz nach unten
- OG ZH SB250036 vom 13.03.2026 — COVID-19-Kreditbetrug; «grosszügige Asperation» bei sehr engem Konnex
- BGer 6B_949/2024 vom 04.03.2026 — 5 Jahre bei «mittelschwerem» Verschulden; Umschreibung des Doppelverwertungsverbots
- KG BL 460 25 189 vom 07.11.2025 — zwei Beschuldigte, Einsatzstrafen 23 und 21 Monate, ausgesprochen 27 und 22 Monate; Deliktsimmanenz von Vorsatz und Motiv (bestätigt durch BGer 6B_221/2026 vom 18.06.2026)
- KG BL 460 24 266 vom 22.10.2025 — höchster kantonaler Wert (60 Mt); lex mitior nach Art. 2 Abs. 2 StGB; Verschlechterungsverbot
- OG ZH SB240394 vom 11.09.2025 — «mittelschwer», 30 Mt; Grenze der Deliktsimmanenz des Motivs
- OG AG SST.2024.144 vom 25.06.2025 — 1 Monat (30 Strafeinheiten) bei CHF 3'921.45; Freiheitsstrafe aus Zweckmässigkeit
- OG ZH GG240008 vom 07.05.2025 — «sehr leicht», 60 Tage FS
- BGer 6B_309/2024 vom 10.03.2025 — höchster Wert zu Abs. 1 (50 Mt); Deliktsbetrag kein vorrangiger Faktor
- BGer 6B_1148/2023 vom 20.02.2025 — 60 Mt; Reduktion um 25 und 35 Monate
- BGer 6B_239/2024 vom 16.01.2025 — bestätigt AppG BS SB.2022.131; Opfermitverantwortung im Strafpunkt
- BGer 7B_783/2023 vom 15.10.2024 — 18 Mt; Opfermitverantwortung als Strafzumessungsfaktor
- OG ZH SB230507 vom 30.08.2024 — 75 TS; Korrektur nach unten im Quervergleich mit dem Mitbeschuldigten
- OG ZH SB230433 vom 17.06.2024 — 24 Mt; Asperation 4 Mt bei Einzelstrafe von 8 Mt
- BStGer CA.2023.33 vom 02.06.2024 — 180 Strafeinheiten; Verschuldensgrad zwischen zwei Stufen
- KG SZ STK 2022 42 vom 26.03.2024 — COVID-19-Kreditbetrug; Urkundenfälschung als Mittel zum Zweck
- AppG BS SB.2022.131 vom 18.01.2024 — 33 Mt; Asperationsquote und Fehlanreize der Kreditinstitute
- OG ZH SB230144 vom 15.11.2023 — 16 Mt; Strafartschwelle
- OG ZH SB220158 vom 04.05.2023 — 36 Mt bei CHF 1.2 Mio und 4½ Jahren
- OG ZH SB220251 vom 20.01.2023 — einziger Fall, in dem der Betrug nicht das schwerste Delikt ist
- OG ZH SB220053 vom 30.11.2022 — Asperation von nur einem Monat
- AppG BS SB.2021.108 vom 24.08.2022 — 40 TS; Falschbeurkundung mit 10 TS asperiert
- OG ZH SB210009 vom 29.03.2022 — Einzelstrafe 4 Monate
- KG BL 460 2021 112 vom 04.01.2022 — 270 Tage; widerrufenes Geständnis
- OG ZH SB200039 vom 20.10.2020 — 38 Mt; Konnex zu Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung
- OG ZH SB190283 vom 03.09.2020 — Kreditbetrug; Opfermitverantwortung der Bank geltend gemacht
- BGer 6B_1201/2019 und 6B_1209/2019 vom 01.05.2020 — Deliktsbetrag CHF 4'541'240.20 «ausserordentlich hoch»; Rollenverteilung mit 14 Monaten Differenz
- OG ZH SB190520 vom 05.03.2020 — 30 Mt; Urkundenfälschung mit 3 Mt asperiert
- OG ZH GG190213-L vom 12.02.2020 — 240 TS; mehrfache Begehung als bezifferter Zuschlag
- OG BE SK 2019 77 vom 19.12.2019 — 180 Tage; tiefer Betrag bei Vielzahl von Handlungen
- KG BL 460 19 151 vom 08.11.2019 — höchster kantonaler Deliktsbetrag (Fr. 12,8 Mio); Asperation von nur 12 Mt
- BGer 6B_301/2019 vom 17.09.2019 — tiefster belegter Wert zu Abs. 2 (6 Mt) bei Fr. 2'628
- OG ZH SB180362 vom 25.06.2019 — Sozialhilfebetrug, 30 Mt; frühes Geständnis «deutlich strafmindernd»
- OG ZH SB170498 vom 01.11.2018 — 30 Mt; Bereicherungsabsicht und Gewerbsmässigkeit tatbestandsimmanent
- OG BE BK 2017 368 vom 22.11.2017 — Einsatzstrafe 20 Mt (aus dem Urteil vom 28.04.2016)
- OG ZH SB160506 vom 17.10.2017 — 13 Mt; Strafart wegen wirkungsloser Vorstrafen
- BGer 6B_1245/2016 vom 13.10.2017 — 30 Mt nach Rückweisung (zuvor 40); Asperationsquote
- BGer 6B_958/2016 vom 19.07.2017 — 2½ Jahre bei rund Fr. 5 Mio Schaden
- AppG BS SB.2015.77 vom 02.06.2017 — Geldstrafe von 90 TS als Einsatzstrafe für gewerbsmässigen Betrug (altes Recht)
- AppG BS SB.2016.43 vom 24.03.2017 — 7 Mt für Betrug und Urkundenfälschung zusammen
- BGer 6B_849/2016 vom 09.12.2016 — Deliktsbetrag von Fr. 302'103.35 «lässt sich nicht relativieren»
- OG ZH SB150293 vom 23.02.2016 — 18 Mt bei Fr. 122'212; Arbeitslosenkasse als Geschädigte mindert nicht
- OG ZH SB140546 vom 27.08.2015 — rund 30 Mt; Kooperation strafmindernd
- OG ZH SB150050 vom 12.05.2015 — 33 Mt; kantonsübergreifende hypothetische Gesamtstrafe
- BGer 6B_1172/2013 vom 18.11.2014 — Methodik: keine Pflicht, die Einsatzstrafe in Zahlen auszuweisen
- OG ZH SB140275 vom 20.10.2014 — 45–48 Mt; Reduktion um 20 Mt (40 %)
- BGer 6B_1179/2013 vom 28.08.2014 — 30 gegen 72 Monate bei Mitbeschuldigten desselben Verfahrens
- OG ZH SB120286 vom 15.02.2013 — 9 Mt bei Fr. 50'400
- OG ZH SB110137 vom 01.10.2012 — Einsatzstrafe als zu hoch aufgehoben
- BGer 6B_711/2011 vom 31.01.2012 — Berücksichtigung einer ausländischen Verurteilung bei der Gesamtstrafe
- BGE 136 IV 55 E. 5.7 — Verschuldensbezeichnung und Strafmass müssen zusammenpassen
- BGE 144 IV 217 E. 4.3 — Einzelfreiheitsstrafen unter sechs Monaten bei Gesamtstrafe über sechs Monaten
- BGE 142 IV 14 E. 5.4 und BGE 141 IV 61 E. 6.1.3 — Doppelverwertungsverbot