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Rechtsprechung zu Art. 9 GSchG

Leitentscheide (BGE)

BGE 142 II 385, E. 5.2

  • Thema: Bewilligungspflicht für Abwassereinleitungen
  • Kernaussage: Die Bewilligungspflicht nach Art. 9 GSchG gilt uneingeschränkt und kennt keine Ausnahme für «unschädliche» Einleitungen. Alle drei Voraussetzungen nach Abs. 2 müssen kumulativ erfüllt sein.
  • Einschlägig für: Abs. 1, Abs. 2

BGE 144 II 457, E. 6.2

  • Thema: Anforderungen an die Abwasservorbehandlung
  • Kernaussage: Die Anforderungen an die Vorbehandlung von Industrieabwasser müssen vor der Einleitung erfüllt sein. Eine nachträgliche Anpassung reicht für die Bewilligungserteilung nicht aus.
  • Einschlägig für: Abs. 2 lit. a

BGE 136 II 345, E. 4.1

  • Thema: Indirekte Einleitung über Grundwasser
  • Kernaussage: Auch die indirekte Einleitung von Abwasser über das Grundwasser fällt unter den Bewilligungsvorbehalt des Art. 9 GSchG, sofern eine Gewässergefährdung vorliegt.
  • Einschlägig für: Abs. 1

BGE 131 II 415, E. 3.2

  • Thema: Niederschlagsabflüsse und Abwasserbegriff
  • Kernaussage: Reine Niederschlagsabflüsse, die nicht über eine Kanalisation geleitet werden, fallen nicht unter den Abwasserbegriff von Art. 9 GSchG.
  • Einschlägig für: Abs. 1

Weitere Bundesgerichtsentscheide

BGer 1C_478/2019, E. 4

  • Thema: Verhältnismässigkeit von Einleitungsauflagen
  • Kernaussage: Die Wasserführungsverhältnisse des aufnehmenden Gewässers sind bei der Beurteilung der Zumutbarkeit nach Abs. 2 lit. b von entscheidender Bedeutung. Bei Niedrigwasserlagen können Einleitungsbeschränkungen verhältnismässig sein.

BGer 1C_241/2018, E. 3

  • Thema: Bundeszustimmung für Einleitungen in sensible Gewässer
  • Kernaussage: Die Bundeszustimmung nach Abs. 3 ist eine zusätzliche Voraussetzung neben der kantonalen Bewilligung. Fehlt sie, darf die kantonale Bewilligung nicht erteilt werden.

Letzte Aktualisierung: 2026-06-13