Rechtsprechung zu Art. 8 ATSG — Invalidität
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I. Leitentscheide
BGE 130 V 343 — Grundsatz der Invaliditätsbemessung
- Kernaussage: Definition der Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Der Invaliditätsgrad wird durch Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ermittelt (E. 2.1 & 3.4).
BGE 135 V 297 — Tabellenlöhne und Abzüge beim Invalideneinkommen
- Kernaussage: Grundsätze zur Anwendung der LSE-Tabellenlöhne und Begrenzung des leidensbedingten Abzugs auf maximal 25 %; Berücksichtigung persönlicher Erschwernisse (E. 5.1 & 5.2).
BGE 133 V 504 — Spezifische Methode im Aufgabenbereich
- Kernaussage: Bei nicht erwerbstätigen Volljährigen im Haushalt erfolgt die Bemessung nach der spezifischen Methode (Betätigungsvergleich vor Ort); Pflicht zur Schadenminderung durch Mithilfe von Angehörigen (E. 3.3).
BGE 130 V 393 — Gemischte Methode bei Teilerwerbstätigen
- Kernaussage: Grundsätze zur Aufteilung in Erwerbsbereich und Aufgabenbereich bei teilerwerbstätigen Versicherten (E. 3).
BGE 144 I 21 — Anpassung der gemischten Methode nach EGMR Di Trizio
- Kernaussage: Diskriminierungsfreie Ausgestaltung der gemischten Methode; Verbot schematischer Rentenkürzungen bei familiärer Betreuungspflicht (E. 2.1).
II. Weitere Entscheide
BGE 142 V 504 — Haushaltsabklärung an Ort und Stelle
- Kernaussage: Anforderungen an einen beweiskräftigen Abklärungsbericht im Haushalt bei der spezifischen Methode (E. 4.1).
BGE 137 V 334 — Gewichtung der Teilbereiche bei der gemischten Methode
- Kernaussage: Festlegung des hypothetischen Erwerbspensums ohne Behinderung als Basis für die Gewichtung (E. 3.1).
BGer 9C_173/2025 vom 04.05.2026 — Invaliditätseintritt bei laufenden Eingliederungsmassnahmen
- Kernaussage: Solange berufliche Eingliederungsmassnahmen laufen, tritt die Invalidität erst nach deren Abschluss ein; Vorrang der Eingliederung vor Rente (E. 3.2).
BGer 8C_126/2013 vom 23.05.2013 — Dauerhaftigkeit des Erwerbsausfalls
- Kernaussage: Eine vorübergehende Erwerbseinbusse begründet keine Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG (E. 1).
BGer 8C_692/2007 vom 18.06.2008 — Methodik des Einkommensvergleichs
- Kernaussage: Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist auf den zuletzt vor Eintritt der Beeinträchtigung erzielten Lohn abzustellen.